01.09.2026, 14:01

Ärztemangel sorgt für wachsende Herausforderungen in der Versorgung

Fast jede zweite befragte Person in Sachsen-Anhalt berichtet von Schwierigkeiten bei der Arztterminvergabe. Medizinische Fachkräfte aus dem Ausland sind unverzichtbar, um die Versorgung im Land zu sichern.
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Autor:innen
Celina Weyreuther
Der Pharma Deutschland Gesundheitsmonitor zeigt: Fast jede zweite befragte Person in Sachsen-Anhalt hatte in den vergangenen zwölf Monaten Schwierigkeiten, einen Arzttermin zu erhalten. Gleichzeitig bewertet mehr als die Hälfte das ärztliche Angebot vor Ort als unzureichend. Angesichts einer alternden Bevölkerung und zahlreicher bevorstehender Praxisabgaben wächst der Druck auf das Gesundheitssystem weiter. Internationale Ärztinnen, Ärzte und andere Gesundheitsfachkräfte tragen schon heute maßgeblich dazu bei, die medizinische Versorgung im Land aufrechtzuerhalten. Pharma Deutschland blickt vor der Landtagswahl am 6. September auf die Versorgungslage in Sachsen-Anhalt.

*Grafik zeigt die Umfrageergebnisse für Sachsen-Anhalt

48 Prozent der Befragten aus Sachsen-Anhalt geben an, in den letzten zwölf Monaten Schwierigkeiten gehabt zu haben, einen Arzttermin zu erhalten. Deutschlandweit liegt dieser Anteil bei 45 Prozent. Gleichzeitig wird auch das ärztliche Angebot in der unmittelbaren Wohnortnähe kritisch bewertet: Lediglich 31 Prozent der Befragten halten die Zahl der Ärztinnen und Ärzte in ihrer Region für ausreichend. Sachsen-Anhalt liegt damit im Bundesvergleich auf dem letzten Platz. 56 Prozent bewerten das Angebot als unzureichend. Zwar hat sich dieser Wert gegenüber September 2024 verbessert, als noch 63 Prozent der Befragten das Angebot kritisch einschätzten. Die Versorgungslage wird jedoch weiterhin von einer Mehrheit als problematisch wahrgenommen.

*Grafik zeigt die Umfrageergebnisse für Sachsen-Anhalt

Die bestehende Versorgung wäre ohne Fachkräfte aus dem Ausland deutlich instabiler. Darauf haben die Ärztekammer Sachsen-Anhalt und die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt bereits in einer gemeinsamen Pressemitteilung im Mai 2026 hingewiesen. Ohne Ärztinnen, Ärzte und weiteren Gesundheitsfachkräften aus dem Ausland sei eine flächendeckende Versorgung in vielen Regionen des Landes, insbesondere im ländlichen Raum, kaum aufrechtzuerhalten. Ausländische Ärztinnen und Ärzte stellen inzwischen 18,55 Prozent der berufstätigen Ärzteschaft in Sachsen-Anhalt. In den Krankenhäusern ist ihr Anteil noch höher: Rund 27 Prozent der dort tätigen Medizinerinnen und Mediziner haben keinen deutschen Pass. Mehr als jede vierte Ärztin beziehungsweise jeder vierte Arzt im Krankenhaus kommt damit aus dem Ausland.

Der Bedarf an medizinischem Personal wird laut Prognosen in den kommenden Jahren weiter steigen. Sachsen-Anhalt hat mit einem Durchschnittsalter von 48,3 Jahren die älteste Bevölkerung aller Bundesländer. Zugleich steht in vielen Arztpraxen ein Generationenwechsel bevor. Bis 2030 könnten nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung rund 1.180 der derzeit etwa 3.370 niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte in den Ruhestand gehen, während voraussichtlich nur rund 870 Medizinerinnen und Mediziner nachrücken.

Besonders angespannt ist die Lage außerhalb der größeren Städte. Salzwedel und Sangerhausen gelten in der hausärztlichen Versorgung bereits als unterversorgt; in 13 weiteren Planungsbereichen droht eine Unterversorgung. Internationale Fachkräfte helfen daher nicht nur, Stellen in Kliniken zu besetzen, sondern sichern auch die wohnortnahe ambulante Versorgung. Es ist damit unmittelbar die Versorgung der Patientinnen und Patienten, die auf dem Spiel steht: Fehlen Ärztinnen und Ärzte, können sich Wartezeiten verlängern, Praxen keine Nachfolge finden und medizinische Angebote in der Fläche weiter zurückgehen.

In Sachsen-Anhalt leben rund 2,1 Millionen Menschen. Die aktuelle Landesregierung wird von CDU, SPD und FDP getragen. Ministerpräsident ist Sven Schulze (CDU). Die nächste Landtagswahl findet am 6. September 2026 statt. Pharma Deutschland informiert im Rahmen seines Gesundheitsmonitors fortlaufend über die gesundheitspolitische Stimmungslage in Sachsen-Anhalt vor der Wahl am 6. September.

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Celina Weyreuther

Volontärin
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