Bessere Krisenresilienz im Pharmabereich: Europäische und nationale Maßnahmen im Überblick - Was kann die Pharmaindustrie tun?
Im Fokus stehen Initiativen wie die EU-Behörde HERA (Health Emergency Preparedness and Response Authority) sowie die nationale Pharmastrategie Deutschlands. Wir konnten zwei hochrangige Vertreter der DG HERA gewinnen, die einen Überblick über die strategischen Prioritäten und die konkrete Umsetzung der Generaldirektion geben, mit Schwerpunkt darauf, was für die pharmazeutische Industrie von Belang ist. Ziel ist es, die Teilnehmenden für das Thema zu sensibilisieren und über bestehende Programme, Handlungsempfehlungen und zukünftige Entwicklungen zu informieren und gemeinsam zu diskutieren, wie die deutsche Pharmaindustrie selbst zur Resilienz beitragen kann.
Hintergrund:
Die COVID-19-Pandemie und der Angriffskrieg in der Ukraine haben die Verwundbarkeit pharmazeutischer Lieferketten in Deutschland und Europa deutlich gemacht. Szenarien wie Pandemien, geopolitische Konflikte oder Lieferengpässe können die Versorgung mit essenziellen Arzneimitteln gefährden. Die EU hat mit der Einrichtung von HERA einen zentralen Akteur geschaffen, der:
- Risiken antizipiert und bewertet
- Strategische Vorräte und Produktionskapazitäten koordiniert
- Eine Unionsliste kritischer Wirkstoffe pflegt
- Forschung und Entwicklung für medizinische Gegenmaßnahmen unterstützt.
Parallel verfolgt die nationale Pharmastrategie Deutschlands das Ziel, den Standort zu stärken durch:
- Beschleunigte Zulassungsverfahren und Entbürokratisierung
- Digitalisierung
- Anreize für die Produktion von Arzneimitteln und Wirkstoffen in Deutschland und Europa
- Förderung von Innovation und klinischer Forschung.
Weitere relevante Ansätze:
- Diversifizierung globaler Lieferketten und Notfallproduktion
- Aufbau eines Europäischen Gesundheitsdatenraums (EHDS) zur besseren Nutzung von Daten für Versorgung und Krisenmanagement
- Geplante EU-Initiativen wie der Critical Medicines Act und das Pharma-Paket, um Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.
Wie notwendig diese Maßnahmen sind, zeigt nicht zuletzt eine Untersuchung der Bundeswehr „Gesundheitswesen: Versorgung im Verteidigungsfall". Doch inzwischen ist das Bewusstsein für diese Problematik gewachsen und es bedarf eines gemeinsamen Kraftakts aller Beteiligten, einschließlich der Pharmaindustrie, um die Resilienz zu stärken. Um zu erarbeiten, wie die Industrie selbst resilienter werden und Politik sowie Behörden unterstützen kann, laden wir zunächst zu einer Info-Veranstaltung ein. In einem nächsten Schritt sollen Workshops folgen, in denen wir diese Fragen vertiefen und konkrete Lösungsansätze entwickeln wollen. Eingeladen sind alle Interessierten, die sich aktiv einbringen möchten.
Agenda
Begrüßung und Einführung
Europäische Maßnahmen
Rolle, Prioritäten und Maßnahmen der Behörde für die Krisenvorsorge und -reaktion bei gesundheitlichen Notlagen (HERA) - Impulsvorträge und Q&A
- Christiane Westphal, Leitende Sachverständige, Abteilung HERA.03 „Medical countermeasures"
- Bangin Brim, Fachreferent für grenzüberschreitende Gesundheitsgefahren, Abteilung HERA.02 „Intelligence Gathering, Analysis and Innovation
Nationale Pharmastrategie
Ziele und Umsetzung in Deutschland
- Diskussion: Herausforderungen und Chancen für die Branche
- Fragen & Antworten
Bitte melden Sie sich bis 2. Februar 2026 an.