BAH-Informationsveranstaltung: „2021 kommen E-Rezept und elektronische Patientenakte (ePA) – Wie ist der aktuelle Stand?“

E-Rezept und ePA kommen in der Versorgung an: Doch wie ist der aktuelle Stand bei E-Rezept und ePA? Hierüber möchten wir Sie gemeinsam mit hochkarätigen Experten aus dem Bundesministerium für Gesundheit, der gematik GmbH sowie der Noventi SE in einer digitalen Infoveranstaltung am 12. Januar 2021 informieren.
Datum: 12.01.2021
Ort: Online
Zeit: 09:30 Uhr - 12:30 Uhr

Hier gelangen Sie zum Bericht von der Veranstaltung:
https://www.bah-bonn.de/themen/meldung/bah-infoveranstaltung-zum-e-rezept-und-zur-epa/

Folien der einzelnen Vorträge:

Einführung Dr. Hubertus Cranz

Christian Klose (BMG): Wo stehen wir beim E-Rezept und der ePA?

Hannes Neumann (gematik GmbH): Wie weit sind wir bei der Umsetzung des E-Rezeptes und der ePA?

Charly Bunar (gematik GmbH): Wie weit sind wir bei der Umsetzung des E-Rezeptes und der ePA?

Dr. Sven Simons (NOVENTI Health SE): Wie sieht die Reise des E-Rezepts aus?

E-Rezept und elektronische Patientenakte (ePA) kommen in der Versorgung an. Ab Mitte 2021 können Ärzte das E-Rezept in einer Einführungsphase ihren Patienten digital bereitstellen. Ab dem Jahr 2022 wird die Ausstellung des E-Rezeptes sogar verpflichtend – das bisherige Muster 16 (Rosa Rezept) wird somit zum Auslaufmodell. Auch weitere Rezepte, wie etwa das Grüne Rezept, werden nach und nach digital. Zudem ist eine enge Verknüpfung mit der elektronischen Patientenakte, die ab 2021 verpflichtend von den Krankenkassen angeboten wird, vorgesehen. Doch wie ist der aktuelle Stand bei E-Rezept und ePA? Hierüber hat der BAH seine Mitgliedsunternehmen heute in einer eigenen Veranstaltung informiert.

Dr. Hubertus Cranz, Hauptgeschäftsführer des BAH, präsentierte in seiner Begrüßung Zahlen aus dem Gesundheitsmonitor des BAH, aus der die grundsätzliche Zustimmung der Bevölkerung für die Digitalisierung des Gesundheitswesens hervorgeht. Demnach erwarten gut ¾ der Bevölkerung von einer hohen Digitalisierung im Gesundheitswesen mehr Sicherheit für Patienten und eine bessere Behandlung durch Ärzte. Zudem finden knapp ¾ der Befragten die digitale Speicherung von Gesundheitsdaten in einer ePA sinnvoll. 71% würden ihre Daten für Forschungszwecke zur Verfügung stellen, 15% sogar personenbezogen (alle Daten finden Sie in den Folien).

Im Anschluss ging Christian Klose, Unterabteilungsleiter (gematik, Telematikinfrastruktur, E-Health) im Bundesministerium für Gesundheit, auf die Digitalisierung des deutschen Gesundheitswesens ein, die zwar im internationalen Vergleich noch hinterherhinke, aber an Fahrt aufnehme. Gerade die aktuelle Pandemie würde die Digitalisierung beschleunigen, etwa im Hinblick auf die Videosprechstunde, die mittlerweile von deutlich mehr Ärzten angeboten werde. Im Hinblick auf die ePA erläuterte er die stufenweise Einführung, die zum 1. Januar 2021 in einem Feldtest begonnen hat. Gesetzlich Versicherte können ihre ePA nun downloaden, zudem werden erste Leistungserbringer im Rahmen von Feldtests angebunden. Zum 1. Juli müssen Ärzte und Zahnärzte dann entsprechend der bestehenden gesetzlichen Vorgaben über erforderliche Komponenten und Dienste für die ePA verfügen, bundesweit können gesetzlich Versicherte diese dann von Leistungserbringern befüllen lassen und ihre Dokumente mit diesen teilen. Auch beim E-Rezept ist eine stufenweise Einführung vorgesehen, die bereits begonnen hat. Ab dem 1. Januar 2022 wird das e-Rezept dann als Pflichtanwendung für die Verordnung von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln in der GKV eingeführt. Es ermöglicht die digitale Verordnung von Arzneimitteln, sowohl beim Vor-Ort-Besuch in der Praxis als auch im Rahmen einer Videosprechstunde / Fernbehandlung. In weiteren Ausbaustufen sollen weitere Verordnungen, wie die Verordnung von Betäubungsmitteln oder das Grüne Rezept folgen. Noch offen ließ er, wann die Rechtsverordnung erscheint, mit der das BMG die Schnittstellen zwischen der E-Rezept-App (die die gematik programmiert) und Anwendungen von Drittanbietern definiert. Hierzu finde zurzeit ein Meinungsbildungsprozess statt.

Danach erläuterte Hannes Neumann, Projektmanager bei der gematik, aus Patienten-, Apotheken-, und Verordnerperspektive das E-Rezept. Er zeigte sich überzeugt davon, dass die E-Rezept-App mittelfristig der Standardweg für die Übermittlung von Rezepten sein wird und verwies auf die Vorteile dieses Übertragungsweges, etwa im Hinblick auf die Mehrwerte für die Patienten, aber auch Krankenkassen und Apotheken. Zum Schluss seines Vortags verwies er darauf, dass die Sicherheit des E-Rezepts höchste Priorität habe und man hierbei die relevanten Institutionen, wie das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und den Bundesdatenschutzbeauftragten eng einbinde. Charly Bunar, Projektmanager bei der gematik, präsentierte im Anschluss den aktuellen Stand der ePA und welche Möglichkeiten diese den Versicherten biete. Auch auf das Thema Datenspende und die hierfür gesetzlichen Grundlagen ging er ausführlich ein; zudem befinde man sich hierzu noch im Austausch mit den relevanten Stakeholdern.

Im Anschluss präsentierte Dr. Sven Simons, Bereichsvorstand Kunden und Innovationen, Noventi SE, wie die Reise des E-Rezepts aus Sicht eines Anbieters von Apothekensystemen und Abrechnungsdienstleistungen aussieht. Hierbei ging er insbesondere auf die Vor-Ort-Apotheke ein und welche internen Prozessänderungen das E-Rezept dort bewirke. Er machte u. a. deutlich, dass damit die Prozesse sicherer und teils auch erleichtert werden. Die Veränderungen nach Rezepteingang in der Warenwirtschaft und in der Abrechnung würden nur wenige Veränderungen erfahren - unabhängig davon, wie das E-Rezept in die Apotheke übermittelt wurde.

Hier kommen Sie zu den Folien der Veranstaltung: https://www.bah-bonn.de/themen/meldung/bah-infoveranstaltung-zum-e-rezept-und-zur-epa/

Ihr Kontakt

Lutz Boden

Geschäftsführer OTC-Markt
Fachapotheker für Arzneimittelinformation
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