Januar 2026

Homöopathische und anthroposophische Arzneimittel

Homöopathische und anthroposophische Arzneimittel gehören zu den anerkannten „Besonderen Therapierichtungen“ und sind ein fester Bestandteil der deutschen Arzneimittelversorgung – mit hochwertiger Herstellung, behördlicher Kontrolle und apothekenpflichtigem Status. Erfahren Sie, wie diese Arzneimittel entstehen, was sie auszeichnet und warum sie für viele Menschen eine geschätzte Option in der Selbstmedikation darstellen.

Homöopathische und anthroposophische Arzneimittel sind Teil der so genannten „Besonderen Therapierichtungen“ (Phytotherapie, Homöopathie, Anthroposophische Medizin) und sind damit ein wichtiger Bestandteil des deutschen bzw. europäischen Arzneischatzes. Als apothekenpflichtige Arzneimittel unterliegen sie den hohen Anforderungen des Arzneimittelrechts und dürfen erst in Verkehr gebracht werden, nachdem sie ein arzneimittelrechtliches Genehmigungsverfahren (Zulassung oder Registrierung) erfolgreich durchlaufen haben. Für die Bewertung homöopathischer und anthroposophischer Arzneimittel sind auch die auf europäischer Ebene erarbeiteten Kriterien z.B. der Homeopathic Medicinal Products Working Group (HMPWG) wichtig.

Das Ähnlichkeitsprinzip – Ursprung und Bedeutung der Homöopathie

Der Arzt und Apotheker Dr. Samuel Hahnemann startete vor etwa 200 Jahren einen Selbstversuch: Er fand heraus, dass eine größere Menge Chinarinde das vorübergehende Auftreten von Malaria-ähnlichen Symptomen auslösen kann. Hahnemann ging davon aus, dass die Fähigkeit von Stoffen, ähnliche Symptome zu erzeugen, die Ursache für die Heilwirkung ist. In der Homöopathie ist dieser Wirkmechanismus besser bekannt als das Ähnlichkeitsprinzip.

Heute wird eine Vielzahl an homöopathischen Arzneimitteln hergestellt. Auch bei Pharma Deutschland sind viele Hersteller von homöopathischen Arzneimitteln organisiert. Pharma Deutschland setzt sich für die Interessen dieser Mitgliedsfirmen ein und unterstützt diese unter anderem bei fachlichen und regulatorischen Fragestellungen.

Anthroposophische Arzneimittel

Auch Hersteller anthroposophischer Arzneimittel sind Mitglied bei Pharma Deutschland. Der Begriff „Anthroposophie“ setzt sich zusammen aus den griechischen Wörtern „anthropos“, der Mensch, und „sophia“, die Weisheit. Damit wird der sich selbst erkennende Mensch in den Mittelpunkt gestellt.

Ziel ist, den Einzelnen als vielschichtiges Wesen in Krankheit und Gesundheit zu verstehen – und seinen Heilungsprozess auf allen Ebenen zu aktivieren und/oder zu unterstützen. Die Anregung der Selbstheilungskräfte unterstützt den Menschen darin, seine Krankheit zu überwinden.

Die Anthroposophische Medizin verwendet für Arzneimittel fast ausschließlich natürliche Ausgangsstoffe. Die Wirkstoffe sind entweder mineralischen, metallischen, pflanzlichen oder tierischen Ursprungs.

Seit 1976 ist die Anthroposophische Medizin im Arzneimittelgesetz und seit 1989 als medizinische Richtung im Sozialgesetzbuch V gesetzlich verankert und anerkannt.

Behördliche Prüfung

Homöopathische und anthroposophische Arzneimittel sind, wie oben beschrieben, seit 1976 im Deutschen Arzneimittelgesetz verankert. Bevor sie in der Apotheke abgegeben werden, müssen Homöopathika und Anthroposophika Kontrollinstanzen im Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) durchlaufen.

Der Hersteller des Arzneimittels muss dabei Nachweise über die Herstellung, Prüfung und die hochwertige Beschaffenheit des Arzneimittels vorlegen. Auch Sicherheit und Wirksamkeit, beziehungsweise die homöopathische oder anthroposophische Anwendung des jeweiligen Arzneimittels, muss der Hersteller durch Literaturdaten oder eigene Untersuchungen belegen.

Homöopathische und anthroposophische Arzneimittel: Integraler Bestandteil der Arzneimittelversorgung in Deutschland

Homöopathische und anthroposophische Arzneimittel (HAAM) sind integraler Bestandteil der Arzneimittelversorgung in Deutschland. Sie sind apothekenpflichtige, behördlich geprüfte Arzneimittel und von der Bevölkerung hoch geschätzt. Rund 60 % der Menschen in Deutschland haben bereits homöopathische Arzneimittel genutzt. Besonders in der Selbstmedikation und zur Behandlung leichter Beschwerden haben sie sich bewährt. Ihre Anwendung beruht auf jahrzehntelanger Praxis, individuell ausgerichteten Therapiekonzepten und einem gesetzlich abgesicherten Arzneimittelstatus.

Homöopathische und anthroposophische Arzneimittel leisten einen wichtigen Beitrag zur individuellen, sicheren und wirtschaftlichen Patientenversorgung. Sie fördern die Therapievielfalt, stärken die Eigenverantwortung und entlasten das Gesundheitssystem. Trotz breiter Anwendung und hoher Patientenzufriedenheit sind diese Arzneimittel durch zunehmende regulatorische Belastungen und anhaltend negative Berichterstattung bedroht. Pharma Deutschland setzt sich für den dauerhaften Erhalt homöopathischer und anthroposophischer Arzneimittel, insbesondere für den Erhalt von Arzneimittelstatus und Apothekenpflicht ein, damit homöopathische und anthroposophische Arzneimittel auch in Zukunft ein wertvoller Teil der Arzneimittelversorgung der Bevölkerung bleiben.

Pharma Deutschland fordert weniger Bürokratie und mehr Akzeptanz

Rechtssicherheit und Marktzugang

  • Verteidigung des Arzneimittelstatus im EU-Recht und deutschem Arzneimittelgesetz.
  • Sicherung der Apothekenpflicht zur Gewährleistung heilberuflich-fachlicher Beratung.
  • Beibehaltung bewährter Regelungen wie der „1000er-Regelung“ und Standardregistrierungen.
  • Abbau übermäßiger Bürokratie bei Zulassung, Registrierung und Pharmakovigilanz.

Versorgungssicherheit und Standortschutz 

  • Vermeidung von Marktaustritten durch überbordende Regulierung.
  • Einbindung der Hersteller in relevante Gesetzes- und Richtlinienprozesse.
  • Berücksichtigung der Besonderheiten der Therapierichtungen im EU-Pharmareview.
  • Sicherstellung der Rohstoffverfügbarkeit auch unter klimabedingten Herausforderungen.

Forschung, Bildung und öffentliche Akzeptanz

  • Integration der homöopathischen und anthroposophischen Arzneimittel in ärztliche und pharmazeutische Aus- und Weiterbildung.
  • Aufbau und Förderung von Studien unter Berücksichtigung interner und externer Evidenz.
  • Kommunikation der spezifischen Wirkprinzipien, Qualität und Sicherheit.
  • Stärkung der öffentlichen Wahrnehmung und Akzeptanz durch gezielte Informationsvermittlung.

Erstattungsfähigkeit und Gesundheitssystemintegration

  • Erhalt der Erstattungsmöglichkeiten durch freiwillige Satzungsleistungen (§ 11 Abs. 6 SGB V).
  • Wertschätzung der Selbstmedikation als Beitrag zur Eigenverantwortung und Ressourcenschonung

     

Therapievielfalt bewahren: Forderungen für Homöopathie und Anthroposophie im Gesundheitssystem

  • Erhalt des Arzneimittelstatus und der Apothekenpflicht
  • Klare Abgrenzung zu anderen Produktkategorien (z.B. Nahrungsergänzungsmittel)
  • Wahrung der Therapievielfalt im Gesundheitssystem
  • Verankerung des Wissens über homöopathische und anthroposophische Arzneimittel in Ausbildung, Forschung und Versorgung
Video

Homöopathie entdecken: Wie funktioniert Homöopathie?

Das Video liefert Informationen zu homöopathischen Arzneimitteln und spannende Antworten, die eine Patientin von ihrem Arzt und einer Apothekerin erhält.
Video

Homöopathie entdecken: Was steckt in homöopathischen Arzneimitteln?

Dieses Video erklärt auf anschauliche Art und Weise, wie homöopathische Arzneimittel hergestellt werden. Eine Apothekerin berichtet von ihrem Besuch in einem Produktionsbetrieb und erläutert unserer Protagonistin, was es mit der Potenzierung auf sich hat.

Ihr Kontakt

Dr. Nico Symma

Referent Besondere Therapierichtungen
Apotheker
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