Januar 2026

Impfen in Deutschland

Impfen zählt zu den wirksamsten präventiven Maßnahmen gegen Infektionskrankheiten – doch Impfquoten sind in Deutschland noch zu niedrig. Auf dieser Seite erfahren Sie, wie Pharma Deutschland sich für eine stärkere öffentliche Aufklärung, bessere Rahmenbedingungen, mehr niedrigschwellige Impfangebote und eine digitale Impfpasslösung einsetzt. Gemeinsam wollen wir Barrieren abbauen, Impfschutz verständlich machen und den Zugang zu Schutzimpfungen für alle Menschen erleichtern.

Stärkung des Impfwesens: Aufklärung, Impfpass-Digitalisierung und Ausbau niedrigschwelliger Impfangebote

Pharma Deutschland fordert:

  • Stärkung der öffentlichen Wahrnehmung hinsichtlich der großen Bedeutung von Impfungen als wirksamste präventive Maßnahme gegen Infektionskrankheiten zur Erhöhung der Impfbereitschaft.
  • Verbesserung der Gesundheitskompetenz in der Bevölkerung zum Thema Impfen (durch eine wissenschaftlich fundierte Informationsverbreitung). Finanzierung und Auflegung öffentlicher Impfkampagnen analog der 1970/80er Jahre durch das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG)
  • Ausweitung und Förderung der niedrigschwelligen Angebote zum Impfen (z. B. in Apotheken, in Betrieben, durch Betriebs- und Amtsärzte, mobiles Impfen vor Ort) durch entsprechende gesetzliche Regelungen.
  • Überarbeitung sozialrechtlicher Rahmenbedingungen für Impfleistungen: Abschaffung zeitintensiver regionaler Impfvereinbarungen und Änderung in bundesweite geltende Vereinbarungen, um einen schnelleren Zugang zu empfohlenen Schutzimpfungen für alle zu gewährleisten.
  • Etablierung des elektronischen Impfpasses zur schnelleren, einfacheren, sichereren und vor allem leistungserbringerübergreifenden Dokumentation (Bürokratieabbau).
  • Förderung der Forschung und Produktion von Impfstoffen in Deutschland und Europa für eine ortsnahe, sichere und globalpolitisch unabhängigere Versorgung (Wirtschaftliche Förderung, ggfs. Abschaffung Impfstoffabschläge).
  • Ressourcenausweitung bei der STIKO, dem Robert-Koch-Institut (RKI) und dem BIÖG


Effektiver Infektionsschutz durch steigende Impfquoten und moderne Impfstoffforschung

Die Forderungen von Pharma Deutschland zielen darauf ab, die Impfquoten in Deutschland deutlich zu erhöhen, um die Bevölkerung wirksamer vor Infektionskrankheiten zu schützen. Gleichzeitig sollen die Rahmenbedingungen für die Forschung und Entwicklung neuer Impfstoffe verbessert und eine langfristig stabile Impfstoffproduktion in Deutschland und Europa sichergestellt werden.


Aktuelle Herausforderungen bei Impfquoten, Impfskepsis und Zugang zu Schutzimpfungen in Deutschland

Impfungen gehören zu den wichtigsten, wirksamsten und kostengünstigsten präventiven Maßnahmen, die der Medizin als Schutz gegen Infektionskrankheiten zur Verfügung stehen. Die Impfquoten in Deutschland sind jedoch im internationalen Vergleich besorgniserregend niedrig (siehe RKI-Bericht: Aktuelle Impfquoten). Die bereits vorhandene Impfskepsis hat nicht zuletzt durch die Coronapandemie noch weiter zugenommen. Zusätzlich wird die Skepsis durch die vielen im Internet, in weiteren Medien und in den einschlägigen Kreisen kursierenden Fehlinformationen angefacht.

Bei neu empfohlenen Schutzimpfungen, die bundesweit gelten, verhindert ein langwieriger Verhandlungsprozess von Impfvereinbarungen den einfachen und schnellen Zugang zu den Schutzimpfungen (wie z. B. bei Meningokokken B). Diese müssen zwischen Krankenkassen und Kassenärztlichen Vereinigungen auf der jeweiligen regionalen Ebene abgeschlossen werden. Ein von der früheren Bundesregierung geplantes Gesetzesvorhaben zur Ausweitung des Impfangebotes in Apotheken wurde durch den Regierungswechsel zunächst nicht umgesetzt. Ebenso ist die Übertragung von Aufgaben auf das neue Bundesinstitut für öffentliche Gesundheit (BIÖG), das seit Februar 2025 die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) abgelöst hat, noch nicht erfolgt. Eine Durchführung großflächiger Impfkampagnen und eine faktenfundierte Aufklärung der Bevölkerung über die Bedeutung von Impfungen wäre hier von großer Dringlichkeit.

Analog zu der Arzneimittelproduktion und -forschung ist es für die Impfstoffherstellung wichtig, den Ausbau und die Förderung vorhandener Kapazitäten voranzubringen sowie die Forschung nach neuen Impfstoffen zu fördern, um eine standortnahe und sichere Versorgung in Deutschland und Europa zu gewährleisten.

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