Beim Austausch zwischen Tino Sorge, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Gesundheit (BMG), und Jörg Wieczorek, Vorstandsvorsitzender von Pharma Deutschland, wurde deutlich, wie wichtig schnelle Anpassungen und stabile Rahmenbedingungen für die Branche sind. Sorge betonte, dass die Politik flexiblere Verfahren finden müsse, um auf Sprunginnovationen reagieren zu können.
Jörg Wieczorek machte klar, dass die Industrie keine Subventionen, sondern verlässliche Regeln benötigt. Er unterstrich: Dort, wo Forschung und Entwicklung stattfinden, entsteht später auch die Produktion – ein entscheidender Faktor für den Standort Deutschland.
Dr. Malina Müller vom WifOR Institute hielt ihre Keynote mit einem klaren Appell: Die Stabilisierung der Gesundheit ist die Grundlage für alle weiteren gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Prioritäten. Ohne eine verlässliche Gesundheitsversorgung können andere Ziele nicht erreicht werden. Deshalb ist jetzt entschlossenes Handeln gefragt – mit stabilen Rahmenbedingungen, die Sicherheit schaffen und Innovationen fördern.
Den Abschluss der ersten Veranstaltungstages bildete eine hochkarätig besetzte Paneldiskussion unter dem Titel „Gesundheitswirtschaft: Kostenfaktor oder Weg aus der Krise?“. Neben den Pharma Deutschland Vorstandsmitgliedern Dr. Dr. Richard Ammer und Kristina Ostertag sowie Hauptgeschäftsführerin Dorothee Brakmann waren auch Prof. Dr. Stefan Heinemann (KI-Experte, Wirtschaftsethiker FOM Hochschule) und Prof. Dr. Christof von Kalle (Chair BIH; Direktor des gemeinsamen Studienzentrums der Charité und des BIH (Clinical Study Center, CSC); Direktor des Luxemburger Zentrums für Klinische und Translationale Forschung (LCTR)) dabei.
Im Mittelpunkt der Diskussion stand die klare Botschaft: Investitionen in Gesundheit sind unverzichtbar. Ohne eine stabile Gesundheitsversorgung verlieren andere gesellschaftliche und wirtschaftliche Prioritäten an Bedeutung. Gleichzeitig wurde deutlich, dass Deutschland seine Position im internationalen Wettbewerb stärken muss. Die Zeiten, in denen wir als „Apotheke der Welt“ galten, sind vorbei – jetzt ist entschlossenes Handeln gefragt, um den Anschluss nicht zu verlieren und die Realität anzuerkennen.
Die Abendveranstaltung im Tipi am Kanzleramt wurde durch wertvolle Impulse zur Arzneimittelpolitik von Thorsten Frei (Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes) bereichert. Im anschließenden Doppelinterview tauschten sich Thorsten Frei und Jörg Wieczorek, Vorstandsvorsitzender von Pharma Deutschland, über die Bedeutung der mittelständischen Pharmaunternehmen aus. Dabei wurde deutlich, wie wichtig ein konstruktiver Dialog zwischen der Politik und der Pharmabranche ist, um die Versorgungssicherheit und die Resilienz des Gesundheitssystems zu stärken.
Der zweite Tag der Pharma Deutschland Jahrestagung 2025 stand ganz im Zeichen des Schwerpunktthemas „Standort“. Im Mittelpunkt: die Frage, wie Europa seine Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig stärken und die Pharmaindustrie als Leitbranche fördern kann.
Die Keynote „Europe as the Driver for Competitiveness“ von EU-Gesundheitskommissar Olivér Várhelyi lieferte spannende Impulse zur Rolle Europas als Innovationsmotor.
Im Anschluss sprach Prof. Dr. Andrea Wechsler (CDU, MdEP) über die Bedeutung der Pharmaindustrie für Forschung und Entwicklung sowie über notwendige Investitionsanreize, die helfen sollen, Europa als attraktiven und innovativen Forschungsstandort zu positionieren. Sie unterstrich, wie wichtig es ist, die Krisenresilienz zu stärken und die Abhängigkeit von globalen Lieferketten zu reduzieren. Ziel ist es, Europa wieder zu einem der führenden Standorte für Pharmaproduktion zu machen – und zwar jetzt.
Unter dem Motto „Zurück auf Los – ein Neuanfang für das deutsche Gesundheitswesen“ stand die folgende Frage im Raum: Wie können wir das System zwischen Prävention, Eigenverantwortung und Leistungsanspruch nachhaltig entlasten?
Der Parlamentarische Staatssekretär Dr. Georg Kippels (Bundesministerium für Gesundheit (BMG)) eröffnete die Diskussion mit klaren Impulsen zur aktuellen Lage. Er betonte die Notwendigkeit, Strukturen zu modernisieren, Rollen neu zu definieren und die Pharmaindustrie als wichtigen Partner einzubinden, um ein zukunftsfähiges Gesundheitssystem zu schaffen.
Auch die Panelteilnehmerinnen und -teilnehmer lieferten wertvolle Perspektiven:
Ein zentrales Thema war die Prävention als Schlüssel für die Zukunft des Gesundheitswesens. Die Diskussion machte deutlich: Nur durch eine Kombination aus präventiven Maßnahmen, digitaler Innovation und einem starken Dialog zwischen den beteiligten Akteuren können die Versorgungssicherheit und die Resilienz des Gesundheitssystems gewährleistet werden.
Der internationale Wettstreit um Pharma-Investitionen ist in vollem Gange. Die zentrale Frage: Wiederholt Europa im Innovationsmarkt die Fehler der früheren Generika-Politik?
Für diesen Schwerpunkt konnten wir herausragende Expertinnen und Experten gewinnen:
Die Diskussion zeigte: Um Europas Position im globalen Wettbewerb zu sichern, braucht es Investitionsanreize, schnellere Prozesse und eine klare Strategie für Innovation und Digitalisierung.
Die letzte Paneldiskussion am zweiten Tag der Pharma Deutschland Jahrestagung 2025 widmete sich einem zentralen Zukunftsthema: Kann Digitalisierung die Bürokratie im Gesundheitswesen wirksam reduzieren?
Unsere Expertinnen und Experten lieferten spannende Impulse:
Die Diskussion machte deutlich: Digitalisierung ist der Schlüssel, um Bürokratie zu reduzieren und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland zu stärken – aber der Weg dorthin erfordert gemeinsame Anstrengungen von Politik, Industrie und Forschung.
