27.02.2026 Pressemeldung

Vor der Landtagswahl: Wie blicken die Baden-Württemberger auf ihre Gesundheitsversorgung?

Umfrage zeigt hohes Vertrauen in die Pharmaindustrie – doch bei digitalen Versorgungsstrukturen besteht Nachholbedarf
  • Gesellschaft & Politik
Autor:innen
Hannes Hönemann, 
Anna Frederike Gutzeit
Wenige Tage vor der Landtagswahl am 8. März zeigen aktuelle, repräsentative Umfragen des Pharma Deutschland Gesundheitsmonitors in Kooperation mit dem Meinungsforschungsinstituts Civey ein aufschlussreiches Bild.

Die Menschen in Baden-Württemberg bewerten die Pharmaindustrie positiver als in jedem anderen Bundesland – und sind bei der persönlichen Prävention überdurchschnittlich aktiv. Bei der Nutzung digitaler Versorgungsstrukturen hingegen hinkt das Land dem Bundesschnitt hinterher.

Sieben Befunde im Überblick:

1. Höchstes Vertrauen in die Pharmaindustrie bundesweit
Baden-Württemberg ist das Bundesland mit dem größten Rückhalt für die Arzneimittelhersteller: 28,1 Prozent der Befragten bewerten die Branche „positiv" oder „sehr positiv" – mehr als in allen anderen 15 Bundesländern. Der bundesweite Durchschnitt liegt bei lediglich 25,2 Prozent. 

2. Impfbereitschaft deutlich über Bundesdurchschnitt
59,7 Prozent der Baden-Württembergerinnen und Baden-Württemberger geben an, in den vergangenen zwei Jahren eine Impfung genutzt zu haben – gegenüber einem Bundesschnitt von 58,6 Prozent. Damit gehört das Land zu den impfaktivsten Regionen Deutschlands, was angesichts laufender Debatten über Impflücken ein wichtiges Signal ist.

3. Digitale Gesundheitsleistungen: Nachholbedarf beim eRezept
Beim eRezept – dem zentralen Baustein der digitalen Gesundheitsversorgung – liegt Baden-Württemberg mit 55,3 Prozent deutlich unter dem Bundesschnitt von 58,4 Prozent und belegt damit Platz 13 von 16 Bundesländern. Auch bei der Elektronischen Patientenakte (ePA) liegt der Südwesten mit 20,1 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt von 21,7 Prozent. Gleichzeitig sind digitale Fitness-Tracker mit 11,9 Prozent überdurchschnittlich verbreitet – was zeigt: Die Bereitschaft zur digitalen Eigenverantwortung ist vorhanden, doch die Nutzung offizieller Versorgungsstrukturen hinkt hinterher. Die neue Landesregierung sollte hier gezielte Aufklärung und Infrastruktur priorisieren.

4. Vorsorgeuntersuchungen: Leicht unter Bundesdurchschnitt
Beim Klassiker der Gesundheitsvorsorge – Check-up und Krebsfrüherkennungsuntersuchungen – liegt Baden-Württemberg mit 55,2 Prozent leicht unter dem Bundesschnitt von 55,5 Prozent. Angesichts des hohen Vertrauens in das Gesundheitssystem ist das ein Hebel, den Politik und Industrie gemeinsam angehen können.

5. Sportliche Prävention: Überdurchschnittlich aktiv
Zertifizierte Sport- und Präventionskurse werden von 5,4 Prozent der Befragten in BW genutzt – damit liegt das Land über dem Bundesschnitt. Zusammen mit der hohen Impfbereitschaft ergibt sich das Bild einer Bevölkerung, die Prävention als gesamtheitliches Konzept versteht.

6. Homöopathie und Naturheilmittel: Baden-Württemberg unter den Top 3 bundesweit                 
10,8 Prozent der Menschen in Baden-Württemberg haben in den vergangenen zwei Jahren Homöopathika oder Naturheilmittel aus der Apotheke genutzt – das ist der zweitbeste Wert bundesweit und deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 7,8 Prozent. Nur Bremen liegt mit 11,1 Prozent knapp vorne, Bayern und Schleswig-Holstein folgen gleichauf auf Platz 3. Der Befund spiegelt eine im Südwesten traditionell starke Affinität zu naturheilkundlichen Ansätzen wider und zeigt zugleich, welche Rolle die Apotheke als niedrigschwelliger Beratungsort im Alltag der Menschen spielt – weit über die reine Arzneimittelabgabe hinaus.

7. Jeder Sechste verzichtet ganz auf Vorsorge – Handlungsbedarf für die neue Landesregierung
16,7 Prozent der Baden-Württembergerinnen und Baden-Württemberger geben an, in den vergangenen zwei Jahren keinerlei Vorsorge- oder Präventionsangebote genutzt zu haben. Dieser Anteil zeigt, dass auch in einem wirtschaftsstarken Land wie Baden-Württemberg eine substanzielle Gruppe beim Thema Gesundheitsvorsorge noch nicht erreicht wird. Die Gesundheitspolitik des neuen Landtags steht hier vor einer klaren Aufgabe.

Dr. Traugott Ullrich, der Vorsitzende von Pharma Deutschland in Baden-Württemberg, sagt zu den Ergebnissen: „Baden-Württemberg steht beim Thema Gesundheit besser da als viele denken – aber stehen bleiben ist keine Option."

"Damit gute Gesundheitsversorgung auch morgen selbstverständlich bleibt, braucht es eine Politik, die investiert, modernisiert und die Menschen mitnimmt."
Dr. Traugott Ullrich Vorstandsvorsitzender Landesverband Baden-Württemberg

"Am 8. März können die Bürgerinnen und Bürger genau das einfordern – mit ihrer Stimme.", so Ullrich weiter.

Ihr Kontakt

Hannes Hönemann

Leiter Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Politikwissenschaftler

Anna Frederike Gutzeit

CvD Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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