„Vertrauliche Erstattungsbeträge können ein Instrument sein, um Markteinführungen in Deutschland möglich zu machen", sagt Pharma Deutschland Hauptgeschäftsführerin Dorothee Brakmann.
"Um auch in Zukunft den frühen Zugang zu Innovationen zu sichern, braucht Deutschland viele wirksame Instrumente. Eine davon kann die Vertraulichkeit sein. Zurzeit ist die Regelung jedoch unwirtschaftlich für die Firmen und zu eng gefasst."
"So wird aus dem Instrument ein bürokratisches Nischenmodell, das seine Zielsetzung nicht erreichen kann,“ so Brakmann weiter.
Die Regelung ist an erhebliche wirtschaftliche Nachteile gebunden. Ein Beispiel aus der Stellungnahme von Pharma Deutschland zeigt die Dimension: Bei einem hypothetischen Launchpreis von 100 Euro und einem AMNOG-Erstattungsbetrag von 50 Euro verbleiben nach dem Vertraulichkeitsabschlag, Großhandelsausgleich, Apothekenzuschlag, Umsatzsteuer und Herstellerabschlag nur noch 15,59 Euro für den Hersteller.
Pharma Deutschland fordert im Rahmen der laufenden Evaluation zu diesem Punkt:
Seit dem 1. Januar 2025 können Unternehmen unter engen Voraussetzungen vereinbaren, dass der Erstattungsbetrag eines neuen Arzneimittels nicht im Preis- und Produktverzeichnis veröffentlicht wird. Die Regelung ist auf neue Wirkstoffe beim erstmaligen Inverkehrbringen begrenzt, mit einem verpflichtenden Abschlag von neun Prozent und Ausgleich der Handesstufen verbunden und derzeit bis zum 30. Juni 2028 befristet. In der politischen Debatte wurde die Regelung häufig als weitreichende Preisvertraulichkeit eingeordnet. Tatsächlich handelt es sich aus Sicht von Pharma Deutschland überwiegend um eine Nicht-Listung, nicht um echte Vertraulichkeit, denn zu viele Beteiligte haben Kenntnis der vertraulichen Erstattungsbeträge. Gesetzliche und private Krankenversicherungen kennen den Erstattungsbetrag; auch weitere Stellen können beim GKV-Spitzenverband Auskünfte erhalten.
Die vollständige Stellungnahme von Pharma Deutschland zur Evaluation gemäß § 130b Absatz 11 SGB V vom 25. September 2026 finden Sie unterhalb der Pressemitteilung.