Herausforderungen der pharmazeutischen Industrie
Babette Reiken, Vorsitzende des Landesverbands Nord von Pharma Deutschland, betonte die besonderen Herausforderungen der pharmazeutischen Industrie im Norden. Sie wies darauf hin, dass verlässliche Rahmenbedingungen und eine gesicherte Finanzierung der Gesetzlichen Krankenversicherung dringend notwendig seien. „Ein Wirtschaftsaufschwung mit guter Gesundheitspolitik ist die beste Sozialpolitik“, so Reiken. Sie forderte eine zügige Zusammenarbeit mit der Politik, um die Arzneimittelversorgung zu gewährleisten.
Engagement der Landesregierung
Gesundheitsministerin Kerstin von der Decken dankte allen Beteiligten für den Austausch und betonte die Vielschichtigkeit der Herausforderungen in der Arzneimittelherstellung und -versorgung. Sie hob hervor, dass das Thema bereits auf europäischer Ebene bearbeitet wird, um die Versorgung mit kritischen Arzneimitteln zu stärken. Die Landesregierung werde sich weiterhin dafür einsetzen, die Bedingungen in der Arzneimittelherstellung und -versorgung bestmöglich zu gestalten und Vor-Ort-Apotheken zu stärken.
Diskussion über weitere Themen
Im Rahmen des mehrstündigen Austausches wurden weitere Themen wie Bevorratungspflichten, Preisgestaltung im Bereich der Basismedikation sowie Innovationen und Weiterentwicklungen bekannter Wirkstoffe diskutiert. Ilse Boskamp, Mitglied der Geschäftsleitung der G. Pohl-Boskamp GmbH & Co. KG, unterstrich die Notwendigkeit einer Anpassung des Arzneimittelmarktneuordnungsgesetzes (AMNOG), um die wirtschaftliche Auskömmlichkeit und Arzneimittelvielfalt in Norddeutschland zu sichern.
Zukunftsperspektiven und Gesetzesinitiativen
Neben dem lösungsorientierten Austausch bot der Besuch der Ministerin auch Raum für Gespräche über Chancen im Bereich der digitalen Gesundheitsversorgung und der Nutzung von Gesundheitsdaten in Schleswig-Holstein. Der Verband formulierte den Wunsch an die Politik, sich bei zukünftigen Gesetzesinitiativen frühzeitig mit den Auswirkungen und Besonderheiten der pharmazeutischen Industrie zu beschäftigen und diese in die Abwägungsdebatten einzubeziehen.