08.04.2026

US-Handelspolitik: Neue Handelspolitische Maßnahmen und Ihre Auswirkungen auf die Pharmaindustrie

Am 2. April 2026 hat US-Präsident eine Proklamation zur Anpassung der Zollregelungen zu Arzneimitteln und pharmazeutischen Wirkstoffen erlassen. Für Arzneimittel aus der EU gilt eine Zollobergrenze von 15%.
  • Gesellschaft & Politik
Autor:innen
Anna Wehage
Die jüngsten handelspolitischen Maßnahmen der USA im Rahmen von Section 232 des Trade Expansion Act markieren einen bedeutenden Eingriff in globale Lieferketten, insbesondere für die pharmazeutische Industrie. Nachfolgend geben wir einen Überblick über die wichtigsten Entwicklungen.

Am 2. April 2026 hat der US-Präsident eine Proklamation zur Anpassung der Importe von Arzneimitteln und pharmazeutischen Inhaltsstoffen erlassen. Grundlage ist eine Untersuchung des US-Handelsministeriums, die im Januar 2025 eingeleitet wurde.

Kernpunkte für Pharma:

  • Massive Zollerhöhungen auf patentgeschützte Arzneimittel
  • Importierte patentierte Medikamente sowie zugehörige Wirkstoffe unterliegen künftig einem Zollsatz von bis zu 100 % (ad valorem). Dies stellt einen erheblichen Kostentreiber für internationale Pharmaunternehmen dar.
  • Generika vorerst ausgenommen
  • Generische Arzneimittel und deren Inhaltsstoffe sind aktuell nicht betroffen, werden jedoch innerhalb eines Jahres erneut geprüft. Dies schafft kurzfristig Stabilität, birgt jedoch mittelfristige Unsicherheiten.
  • Unternehmensspezifische Sonderregelungen, z.B. sind Unternehmen mit sogenannten „Most Favored Nation (MFN)“ Preisvereinbarungen bis Januar 2029 von Zöllen befreit.
  • Firmen mit genehmigten Onshoring-Plänen profitieren zunächst von einem reduzierten Zollsatz von 20 %, der jedoch bis 2030 auf 100 % ansteigen soll.
  • Länderspezifische Obergrenzen

Aber: Für bestimmte Handelspartner gelten reduzierte Zölle:

  • Max. 15 % für EU, Japan, Südkorea, Schweiz und Liechtenstein
  • 10 % für UK, mit möglicher vollständiger Zollbefreiung im Rahmen eines bilateralen Abkommens

Die Maßnahmen treten schrittweise ab Sommer (vorauss. 31. Juli 2026, befristete Ausnahmen von ab heute 120 bis 180 Tagen für kleinere Unternehmen) in Kraft. 

Zudem können Effekte durch Metallzölle auf pharmazeutische Lieferketten haben, denn auch bestehende Zölle auf Stahl, Aluminium und Kupfer wurden verschärft. Diese betreffen zwar nicht direkt pharmazeutische Wirkstoffe, haben jedoch indirekte Auswirkungen auf die Branche (z.B. Aluminiumblisterverpackungen, Produktionsanlagen aus Edelstahl).

Weitere Informationen:

Ihr Kontakt

Anna Wehage

Referentin nationale und europäische Gesetzgebung / Internationales / Fälschungsschutz
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