17.02.2025

Umfrage: Über 2 Millionen in Norddeutschland kennen die Elektronische Patientenakte nicht

Pharma Deutschland Landesverband Nord fordert mehr regionale Aufklärung für gesetzlich Versicherte.
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Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Mit dem Start der elektronischen Patientenakte (ePA) am 15. Januar 2025 hat das deutsche Gesundheitssystem einen bedeutenden Digitalisierungsschritt vollzogen. Doch eine aktuelle Umfrage von Pharma Deutschland offenbart eine auffällige Wissenslücke: 2,3 Millionen Versicherte in Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein sind über die neue Gesundheitsakte noch nicht informiert.

Eine repräsentative Civey-Umfrage im Auftrag von Pharma Deutschland zeigt: 77 Prozent der Versicherten ab 18 Jahren im Gebiet des Landesverbandes Nord (Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein) kennen die elektronische Patientenakte. Bei rund 9,6 Millionen erwachsenen Versicherten in der Region bedeutet die Bekanntheit von 77 Prozent, dass rund 2,3 Millionen Menschen die ePA nicht kennen. Von den deutschlandweit 63 Millionen Versicherten ab 18 kennen rund 15 Millionen die ePA noch nicht. 

Babette Reiken, Vorsitzende des Pharma-Deutschland-Landesverbandes Nord, sieht dringenden Handlungsbedarf. „Angesichts der Umfrageergebnisse für den Norden muss festgestellt werden, dass es auch einen Monat nach dem Start der ePA bei den Versicherten in Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen und Niedersachsen noch erheblichen Informationsbedarf gibt. Über 2 Millionen Versicherte in unserer Region sind über die enormen Chancen, die die ePA für die persönliche Gesundheit und die Gesundheitsversorgung bietet, noch nicht ausreichend informiert. Da ist noch einiges zu tun“, erklärt sie.

Angesichts der großen Zahl von gesetzlich Versicherten, die die ePA noch nicht kennen, hält der Landesverband Nord von Pharma Deutschland eine differenzierte Informationskampagne in den norddeutschen Bundesländern für notwendig. Ziel sollte es sein, Versicherte über die Vorteile der elektronischen Patientenakte aufzuklären und die persönlichen Vorteile zu betonen: Vermeidung von Doppeluntersuchungen, Entlastung von Arztpraxen und mehr Transparenz für Patientinnen und Patienten. 

Die Kampagne sollte gezielt auf die Bedürfnisse der jeweiligen Regionen eingehen und die Vorteile der ePA verständlich vermitteln. Nur so kann die elektronische Patientenakte ihr volles Potenzial entfalten. 

Die elektronische Patientenakte ermöglicht Versicherten eine zentrale, digitale Gesundheitsakte. Kernfunktionen umfassen die Speicherung von Behandlungsdokumenten, Medikationsplänen und Befundberichten. Künftig können Ärztinnen und Ärzte mithilfe einer automatisierten Medikamentenliste direkt Unverträglichkeiten oder Wechselwirkungen erkennen – ein entscheidender Fortschritt für die Arzneimitteltherapiesicherheit.

Bekanntheit der ePA in den norddeutschen Bundesländern:

Bundesland

ePA-Bekanntheit

Anzahl Versicherte

Versicherte ohne Kenntnis über ePA

Bremen78,6 %0,51 Mio.0,11 Mio.
Hamburg79,7 %1,40 Mio.0,29 Mio.
Niedersachsen77,0 %6,05 Mio.1,39 Mio.
Schleswig-Holstein76,2 %2,17 Mio.0,52 Mio.

 

 

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