21.01.2026 Pressemeldung

Stabile Arzneimittelversorgung in Europa braucht faire Preise und zukunftsfähige Vergaberegeln

Pharma Deutschland begrüßt Parlamentsbericht zum Critical Medicines Act
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Autor:innen
Hannes Hönemann, 
Anna Frederike Gutzeit
Pharma Deutschland begrüßt den gestern verabschiedeten Bericht des Europäischen Parlaments zum Critical Medicines Act (CMA). Das EU-Parlament setzt damit ein wichtiges politisches Signal für eine resilientere Arzneimittelversorgung in Europa und stärkt insbesondere den Ansatz, öffentliche Beschaffung stärker an Versorgungssicherheit, Produktionsstandorten und resilienten Lieferketten auszurichten.

„Das Europäische Parlament erkennt an, dass Versorgungssicherheit nicht zum Nulltarif zu haben ist“, erklärt Dorothee Brakmann, Hauptgeschäftsführerin von Pharma Deutschland. „Die klare Betonung von Vergabekriterien jenseits des reinen Preises ist ein entscheidender Schritt, um Investitionen in europäische Produktionskapazitäten und robuste Lieferketten tatsächlich wirksam zu machen.“

Besonders positiv bewertet Pharma Deutschland, dass der Parlamentsbericht eine verbindlichere Anwendung des MEAT-Prinzips (Most Economically Advantageous Tender) vorsieht. Öffentliche Auftraggeber sollen demnach neben dem Preis auch qualitative Kriterien berücksichtigen, etwa Versorgungssicherheit, Lieferkettenresilienz und Diversifizierung der Bezugsquellen.

Damit hebt sich das EU-Parlament deutlich von der bisherigen Position der Mitgliedstaaten ab, die auf eine Abschwächung verbindlicher Vergabekriterien hinausläuft. Aus Sicht von Pharma Deutschland greift dieser Ansatz zu kurz.

„Wer europäische Produktion und Resilienz fordert, muss diese auch vergütungs- und vergabeseitig absichern.“
Dorothee Brakmann Hauptgeschäftsführerin

"Dauerhaft zu niedrige Preise untergraben genau jene Investitionen, die der Critical Medicines Act eigentlich fördern soll.“, Brakmann weiter.

Vor diesem Hintergrund sieht Pharma Deutschland im Parlamentsbericht auch eine wichtige Brücke zum laufenden Pharmadialog in Deutschland. Um Versorgungssicherheit nachhaltig zu stärken, ist aus Sicht des Verbandes das Rabattvertragssystem im Sinne der EU-Parlamentsposition schnellstmöglich weiterzuentwickeln.

„Der Parlamentsbericht ist gerade jetzt ein wichtiges Signal und zeigt, dass das Parlament die Pharmaindustrie als strategischen Sektor anerkennt“, betont Brakmann. „Jetzt kommt es darauf an, dass Parlament, Rat und EU-Kommission im Trilog zu einem Ergebnis kommen, das faire Preise, resiliente Beschaffung und eine verlässliche Arzneimittelversorgung in Europa zusammenbringt, und dass diese Leitplanken auch national, etwa im Pharmadialog, konsequent aufgegriffen werden.“

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