14.05.2025

Nur jeder Vierte in Ostdeutschland sorgt sich um die Krankenhausinfrastruktur – aber fast die Hälfte der Menschen um das hausärztliche Gesundheitsangebot

Gesundheitsinfrastruktur im Osten: Hausärzte wichtiger als Krankenhäuser
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Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Wahrnehmung der Gesundheitsinfrastruktur in Berlin unterscheidet sich signifikant von der in den Flächenländern.

Die eigene Gesundheitsversorgung wird von einem großen Teil der Menschen in Ostdeutschland als unzulänglich wahrgenommen. Dies belegen die Ergebnisse einer aktuellen, repräsentativen Civey-Umfrage mit rund 1.430 Befragten im Auftrag von Pharma Deutschland, deren Daten unmittelbar vor Antritt der neuen Bundesregierung erhoben wurden.

Laut Civey-Daten halten 48,1 Prozent der Menschen in den ostdeutschen Bundesländern das Angebot an Hausärztinnen und Hausärzten vor Ort für problematisch. Dieser Wert liegt leicht über dem Bundesdurchschnitt, bei dem mit 45,9 Prozent ebenfalls die Sorge um die hausärztliche Versorgung an erster Stelle steht. Insbesondere in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern wird die Versorgung mit Hausärztinnen und Hausärzten als kritisch angesehen. Auch bei der fachärztlichen Versorgung nehmen die Menschen in den ostdeutschen Regionen Mängel wahr. 

Bei den Problemen im Gesundheitssystem folgen auf Platz zwei und drei im Osten die fachärztliche Versorgung (36,2 Prozent) und die psychische Gesundheitsversorgung (32 Prozent). Etwas mehr als ein Viertel der Befragten in Ostdeutschland (27,4 Prozent) sehen Missstände in der Krankenhausversorgung. Damit ist die Zufriedenheit mit der regionalen Krankenhauslandschaft höher als im Bundesdurchschnitt (31,7 Prozent). Allerdings gibt es im Vergleich zwischen den ostdeutschen Bundesländern starke Unterschiede. Während in Thüringen nur jeder fünfte Befragte die regionale Krankenhausinfrastruktur kritisch sieht, ist es in Brandenburg und Sachsen-Anhalt jeder dritte.

Dr. Andreas Eberhorn, Vorsitzender des Pharma-Deutschland-Landesverbandes Ost, erklärt: „Die Ergebnisse der Umfrage offenbaren deutlich die wahrgenommenen Schwächen der Gesundheitsinfrastruktur in unserer Region. Insbesondere in ländlichen Gebieten zeigen sich Herausforderungen in der medizinischen Versorgung. Um die Gesundheitsinfrastruktur zu stärken und eine zukunftsfähige Gesundheitsversorgung sicherzustellen, brauchen die zuständigen Stellen in den Städten und Kreisen klare Signale von ihren Landesregierungen, aber vor allen aus dem Bund.“

Auffallend sind die Unterschiede in der Versorgungslandschaft der einzelnen ostdeutschen Bundesländer. Während Brandenburg mit 57,9 Prozent die hausärztliche Versorgung als deutlich größte Herausforderung ansieht, sind es im Stadtstaat Berlin nur 37,2 Prozent. 

Tatsächlich fehlen in Brandenburg nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums derzeit rund 380 niedergelassene Ärztinnen und Ärzte. Ende 2023 waren allein 320 Hausarztsitze wegen fehlender Nachfolge unbesetzt. Hinzu kommt, dass die Zahl der Ärztinnen und Ärzte in Teilzeit stetig steigt. Die bevorstehende Ruhestandswelle und die geringe Bereitschaft der Jüngeren zur Praxisnachfolge verschärfen die Situation zusätzlich. So ist einer Auswertung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung zufolge in Brandenburg die geringste Ärztedichte feststellbar. Im Gegensatz zu Hamburg, das bundesweit mit rund 310 Medizinerinnen und Medizinern pro 100.000 Einwohner am besten abschneidet, ist Brandenburg mit rund 201 Ärzten und Psychotherapeuten pro 100.000 Personen das Schlusslicht unter allen deutschen Bundesländern.

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