14.05.2025

Norddeutschland: Fast die Hälfte ist unzufrieden mit den hausärztlichen Gesundheitsangeboten

Deutlicher Unterschied zwischen strukturschwachen Gebieten und den norddeutschen Ballungsräumen
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Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Große Teile der Bevölkerung in den norddeutschen Bundesländern Bremen, Hamburg, Niedersachen und Schleswig-Holstein sorgen sich um die Infrastruktur ihrer Gesundheitsversorgung. Dies belegen die Ergebnisse einer aktuellen, repräsentativen Civey-Umfrage mit rund 790 Befragten im Auftrag von Pharma Deutschland, deren Daten unmittelbar vor Antritt der neuen Bundesregierung Anfang Mai erhoben wurden.

Laut Civey-Daten bestehen die größten Herausforderungen im Norden in der haus- und der fachärztlichen Versorgung. Von den Befragten in den vier Bundesländern geben 49,3 Prozent an, die Situation der Hausarztpraxen als größtes Problem wahrzunehmen. Dieser Wert liegt über dem Bundesdurchschnitt, bei dem mit 45,9 Prozent ebenfalls die Sorge um die hausärztliche Versorgung an erster Stelle steht. Die Betreuung durch Fachärztinnen und Fachärzte sehen 35,2 Prozent der Norddeutschen als kritisch. Bei den Problemen im Gesundheitssystem im Norden folgen auf Platz drei und vier die psychische Gesundheitsversorgung (32,6 Prozent) und die Krankenhausversorgung (31,9 Prozent).

Babette Reiken, Vorsitzende des Pharma-Deutschland-Landesverbandes Nord, erklärt: „Unsere Umfrage deckt die Schwachstellen in der norddeutschen Gesundheitsversorgung auf – diese liegen vor allem in der Verfügbarkeit von Haus- und Fachärztinnen und -ärzten. Besonders in den ländlichen Gebieten Norddeutschlands fühlen sich die Menschen nicht gut versorgt. Es braucht jetzt eine enge Zusammenarbeit der Bundesländer mit der neuen Bundesregierung, um eine flächendeckende und hochwertige medizinische Versorgung sicherzustellen und eine weitere Schwächung des Vertrauens in die Gesundheitsversorgung zu verhindern.“

Grundsätzlich zeigt sich, dass in den Gebieten mit geringerer Bevölkerungsdichte, wie den großen Bundesländern Niedersachsen und Schleswig-Holstein, mehr Befragte größere Probleme bei der wohnortnahen haus- und fachärztlichen Versorgung sowie der Krankenhausversorgung sehen, als es in den dicht besiedelten Stadtgebieten Hamburg und Bremens der Fall ist. So stufen in Hamburg lediglich 21 Prozent der Befragten die Krankenhausversorgung als schwierig an, während es in Niedersachsen 33,9 Prozent und in Schleswig-Holstein sogar 35,1 Prozent sind. 

Tatsächlich könnte sich der Eindruck ein unzureichenden Gesundheitsversorgung weiter verschärfen. So sehen einer Befragung der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft zufolge mehr als die Hälfte der Krankenhäuser im Flächenland (56 Prozent) ihre wirtschaftliche Existenz bis zum Wirksamwerden einer bundesweiten Krankenhausreform gefährdet. Rund jede vierte Klinik plant deshalb Einsparungen, die ihr Versorgungsangebot einschränken werden.

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