Laut Pharma-Deutschland-Gesundheitsmonitor nehmen die Menschen in Baden-Württemberg vor allem Herausforderungen in der hausärztlichen Versorgung (47,9 Prozent) sowie bei der Facharzt- (33,5 Prozent) und der psychischen Gesundheitsversorgung (33,1 Prozent) wahr, liegen damit aber etwa im Bundesschnitt (jeweils 45,9 Prozent, 33,9 Prozent beziehungsweise 33,1 Prozent).
Die Sorgen um die Krankenhausversorgung sind im Flächenland ebenfalls hoch, liegen aber mit 32,6 Prozent (Bund: 31,7 Prozent) etwas dahinter. Insgesamt unterstreichen die Zahlen eine Entwicklung, die unter anderem die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg sowie der Hausärztinnen- und Hausärzteverband des Landes bereits seit einiger Zeit anmahnen: eine kontinuierliche Abnahme der Anzahl niedergelassener Ärztinnen und Ärzte sowie der Psychotherapeutinnen und -therapeuten bei gleichzeitig alternder Bevölkerung.
Unabhängige Arztsitze stehen in besonderem Maße vor der Problematik der Vereinbarkeit von Beruf und Familie; werdende Ärztinnen und Ärzte priorisieren diese zunehmend, wie beispielsweise die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg in ihrem Bericht zur ambulanten medizinischen Versorgung nahelegt. Vor dem Hintergrund immer umfangreicher werdender Bürokratie geht der Trend hin zu Verbünden bzw. Medizinischen Versorgungszentren. Die demografischen Herausforderungen werden sich in den kommenden Jahren durch bevorstehende Renteneintritts-Wellen aller Voraussicht nach noch einmal intensivieren, betont die Vereinigung.
Mit Blick auf die Krankenhausversorgung steht das Flächenland weiterhin vor der Herausforderung einer verträglichen Umsetzung der Krankenhausreform. Hinzu kommt, dass Baden-Württemberg laut Landkreistag über die bundesweit geringste Bettendichte in Kliniken verfügt.
Dr. Traugott Ullrich, Vorsitzender des Pharma-Deutschland-Landesverbandes Baden-Württemberg, zu den Ergebnissen der Befragung: „Die Erhebung zeigt, dass in Baden-Württemberg die Schaffung günstiger Bedingungen besonders für Haus- und Fachärzte, und dabei insbesondere für selbstständig Praktizierende, in den Fokus genommen werden muss. Insofern ist zu hoffen, dass sich Landesprogramme wie die zur Nachfolgeplanung von Landärztinnen und Landärzten als erfolgreich erweisen und auch in der kommenden Legislaturperiode weitergeführt werden.“