19.02.2026

Landesverband Ost besucht vier Unternehmen und spricht über Chancen und Herausforderungen der Branche

Im Mittelpunkt standen der Austausch über aktuelle Herausforderungen, die Bedeutung der Standorte sowie die Perspektiven der Branche.
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Autor:innen
Mathias Butte
Der Pharma Deutschland Regionalbeauftragte Landesverband Ost, Mathias Butte, hat in den vergangenen Wochen mehrere Mitgliedsunternehmen der pharmazeutischen Industrie in Berlin, Sachsen, Thüringen und MecklenburgVorpommern besucht.

Bei Berlin-Chemie in Berlin-Karlshorst schilderte Thomas Olschewski, Geschäftsführer Recht und Mitglied im Landesvorstand Ost, die mehr als 130jährige Unternehmensgeschichte und das starke Wachstum seit der Übernahme durch Menarini im Jahr 1992. BerlinChemie exportiert heute in 90 Länder und zählt zu den größten industriellen Arbeitgebern der Hauptstadt. Im Gespräch wurden zentrale Branchenthemen wie das Preismoratorium, AMNOG, EthanolRegulierung und bürokratische Belastungen diskutiert. Das Fazit des Besuchs: Die Pharmalandschaft in Deutschland ist lebendig und hat enormes Potenzial – vorausgesetzt, die Politik schafft verlässliche Rahmenbedingungen. 

In Dresden stand der pharmazeutische Mittelstand im Fokus. Beim Besuch der APOGEPHA Arzneimittel GmbH machten Dr. Dirk Pamperin (General Manager APOGEPHA), Henriette Starke (Vorstand LV Ost) und Steffi Liebig (APOGEPHA) deutlich, dass langwierige Genehmigungs- und Zulassungsverfahren in Deutschland den Innovations- und Produktionsstandort bremsen. Gleichzeitig setzt APOGEPHA ein starkes Signal, indem das Unternehmen wieder mehr Medikamente in Deutschland herstellen möchte. Für den Herbst ist eine regionale Fachveranstaltung in Sachsen geplant, um die Sichtbarkeit der Branche weiter zu stärken. 

In Thüringen besuchte der Landesverband die Unternehmen Hofmann & Sommer in Königsee sowie die Pharmachem in Pößneck. Die Firmen produzieren ein breites Sortiment – von Salben und Tinkturen bis zu homöopathischen Einzelanfertigungen. Die Geschäftsführungen betonten, wie wichtig verlässliche Regulierungen, weniger Bürokratie und wirtschaftlich tragfähige Preise sind, um die regionalen Arbeitsplätze und den Produktionsstandort zu sichern. Diskutiert wurde unter anderem über das Preismoratorium, die „1000erRegelung“ bei Homöopathika sowie die Bedeutung bestehender Standardzulassungen. 

In Mecklenburg-Vorpommern besuchte der Landesverband das Unternehmen Anklam Extrakt. Dort informierte Franka Krüger (Leiterin der Qualitätskontrolle) über die Herausforderungen bei der Herstellung pflanzlicher Extrakte. Themen waren unter anderem die Kommunale Abwasserrichtlinie, mögliche EURegulierungen zu Ethanol sowie die zunehmende Bürokratie. Positiv hervorgehoben wurde die konstruktive Zusammenarbeit mit lokalen Behörden – ein wichtiger Faktor für Wachstum und Innovation am Standort. 

Gemeinsames Fazit aller Besuche:
Die Pharmalandschaft in Ostdeutschland ist vielfältig, engagiert und wichtig für regionale Wertschöpfung und Gesundheitsversorgung. Doch um ihr Potenzial voll auszuschöpfen, braucht es weniger Bürokratie, verlässlichere Rahmenbedingungen und mehr Planungssicherheit. Der Landesverband Ost setzt daher auf kontinuierlichen Dialog zwischen Unternehmen, Politik und weiteren Akteuren im Gesundheitswesen. 

Ihr Kontakt

Mathias Butte

Regionalbeauftragter Ost
Landesverband Ost
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