WH Pharmawerk Weinböhla: Mittelstand zwischen Regulierung und Rohstoffkosten
Beim Besuch des Mitgliedsunternehmens PWA Dr. Haufe im WH Pharmawerk Weinböhla wurde deutlich, wie anspruchsvoll der Alltag mittelständischer Unternehmen im Bereich Naturstoffe ist. Geschäftsführer Dr. Svent Haufe schilderte, wie komplexe Regulierungen, aufwändige Zertifizierungen, steigende Rohstoffpreise, Qualitätsprüfungen und Audits die Branche zunehmend belasten. Trotz dieser Herausforderungen leisten Unternehmen wie PWA einen wichtigen Beitrag zur Versorgung mit Tierarzneimitteln, Medizinprodukten und Futtermitteln.
Bombastus-Werke Freital: Tradition trifft auf moderne Regulierungsrealität
Seit 120 Jahren produziert das Mitgliedsunternehmen Bombastus-Werke AG in Freital Naturheilmittel. Im Gespräch mit den Vorständen Markus Kannegießer und Markus Kunze wurde deutlich, wie stark kleine und mittlere Unternehmen unter Gebührenstrukturen, widersprüchlichen Vorgaben und unzuverlässigen Zeitplänen bei Umweltauflagen leiden. Besonders problematisch ist die parallele Regulierung von Produkten aus unterschiedlichen Kategorien wie Arzneimitteln, Kosmetika und Lebensmitteln. Ein besonderes Highlight des Besuchs war der Blick auf die berühmten Salbeifelder des Unternehmens – ein Alleinstellungsmerkmal, das die lange Tradition des Standorts sichtbar macht.
mibe GmbH Arzneimittel in Brehna: Hochmoderne Produktion mit globalen Abhängigkeiten
In Brehna besuchte der Landesverband Ost einen der größten ostdeutschen Standorte für die Herstellung rezeptfreier und rezeptpflichtiger Medikamente. Das Mitgliedsuntrenehmen mibe GmbH Arzneimittel, Teil der Dermapharm AG, beschäftigt mehr als 750 Mitarbeitende und vereint Produktion, Konfektionierung, Versand sowie Forschung und Entwicklung an einem Standort. Die Geschäftsführerinnen Jana Koßowicz und Annegret Karwot machten deutlich, dass trotz des klaren Bekenntnisses zum Standort Deutschland weiterhin eine starke Abhängigkeit von Wirk- und Grundstoffen aus Asien besteht. Hinzu kommen wachsender bürokratischer Aufwand, Preisdruck durch Rabattverträge und das Preismoratorium – Faktoren, die den Standort belasten und den politischen Anspruch, die Branche zu stärken, konterkarieren.
Fazit: Ostdeutschlands Pharmalandschaft ist stark – braucht aber verlässliche Rahmenbedingungen
Die Besuche zeigen eindrucksvoll, wie vielfältig und leistungsfähig die ostdeutsche Pharmaindustrie ist. Gleichzeitig wird deutlich, dass Unternehmen – ob traditionsreich oder hochmodern – unter ähnlichen strukturellen Herausforderungen leiden. Der Landesverband Ost setzt sich daher weiterhin dafür ein, die politischen Rahmenbedingungen zu verbessern, Bürokratie abzubauen und die Wettbewerbsfähigkeit der Branche nachhaltig zu stärken.