Karl-Josef Laumann, NRW-Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales, empfing eine Delegation des Landesverbands Nordrhein-Westfalen von Pharma Deutschland im Düsseldorfer Landtag. Der Austausch drehte sich um aktuelle industrie- und gesundheitspolitische Fragen, die für den Pharmastandort Deutschland und insbesondere für Nordrhein-Westfalen von hoher Bedeutung sind.
In NRW gibt es rund 50.000 direkte Arbeitsplätze in der Pharmaindustrie – und bis zu 120.000 Arbeitsplätze, wenn der gesamte pharmazeutische und biotechnologische Wertschöpfungsverbund einbezogen wird. Damit gehört NRW gemeinsam mit Bayern und Baden-Württemberg zu den Top‑3‑Pharmastandorten Deutschlands und spielt eine entscheidende Rolle für Versorgungssicherheit, Forschung und Produktion.
Einigkeit bestand darüber, dass die internationalen Herausforderungen – darunter die handelspolitischen Risiken durch Trumps MFN-Ansatz, Abhängigkeiten von China und Indien sowie mögliche Lieferengpässe infolge der geopolitischen Lage an der Straße von Hormus – besondere Anstrengungen zur Stärkung des heimischen Pharmastandorts erfordern.
Pharma Deutschland betonte, dass der von der Bundesregierung gestartete Pharmadialog nicht auf Einsparungen im GKV-Bereich reduziert werden dürfe. Stattdessen müsse er zu einer echten Wirtschaftsoffensive ausgebaut werden, in die auch das Bundeswirtschaftsministerium, das Bundesforschungsministerium sowie das Bundeskanzleramt aktiv eingebunden werden.
Darüber hinaus waren sich die Gesprächspartner einig, dass es gemeinsamer Anstrengungen von Bund und Ländern bedarf, um die Krisenresilienz innerhalb Deutschlands und Europas zu stärken. Pharma Deutschland erneuerte außerdem sein Anliegen, unter klar definierten Voraussetzungen einzelne Arzneimittel aus der Verschreibungspflicht zu entlassen. Bereits 2004 habe dies Einsparungen von rund zwei Milliarden Euro ermöglicht und könne zugleich zur Entlastung der Arztpraxen beitragen.