28.02.2026

Landesverband Nord: Mittelständische Pharmaunternehmen im Fokus – Qualität, Verantwortung und politische Rahmenbedingungen

Der Landesverband Nord besuchte im Februar die Johannes Bürger Ysatfabrik GmbH in Bad Harzburg und die hameln pharma gmbh. Im Mittelpunkt standen Versorgungssicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und die Auswirkungen europäischer Regulierung.
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Autor:innen
Dr. Merle Kirchner
Die Tour des Landesverbandes Nord führte im Februar 2026 zu zwei traditionsreichen und zugleich hochmodernen Pharmaunternehmen. Die Gespräche machten deutlich, wie stark mittelständische Hersteller von regulatorischen Entwicklungen betroffen sind – und wie wichtig ein verlässlicher politischer Rahmen für die Zukunft des Pharmastandorts ist.

Im Rahmen der NordTour 2026 besuchte der LV Nord von Pharma Deutschland zwei bedeutende mittelständische Mitgliedsunternehmen der Region: die Johannes Bürger Ysatfabrik GmbH in Bad Harzburg sowie die hameln pharma gmbh. Beide Termine boten wertvolle Einblicke in die Herausforderungen und Chancen, mit denen produzierende Pharmaunternehmen in Deutschland aktuell konfrontiert sind.

Bei der Johannes Bürger Ysatfabrik GmbH, einem seit über 100 Jahren familiengeführten Hersteller pflanzlicher Arzneimittel, standen Tradition, Qualität und moderne pharmazeutische Standards im Mittelpunkt. Das Unternehmen entwickelt und produziert Naturarzneimittel entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von der Extraktherstellung bis hin zu GDP‑konformer Logistik. Prokurist Silvio Feuerstacke betonte die Bedeutung des LV Nord als verlässlichen Partner: Der Austausch sei konstruktiv, lösungsorientiert und unterstütze die Mitgliedsunternehmen dabei, komplexe Herausforderungen gemeinsam anzugehen.

Der Besuch beim Mitgliedsunternehmen hameln pharma gmbh verdeutlichte, wie stark europäische Gesetzesinitiativen mittelständische Hersteller belasten können. Besonders die geplante Kommunale Abwasserrichtlinie (KARL) und die damit verbundene erweiterte Herstellerverantwortung bereiten dem Unternehmen Sorgen. Geschäftsführerin Beate Küter machte deutlich, dass die vorgesehenen Kosten für zusätzliche Reinigungsstufen in Kläranlagen im preisregulierten Generika‑Markt nicht weitergegeben werden können. Dies würde den Wettbewerbsdruck weiter erhöhen und könnte im schlimmsten Fall dazu führen, dass bestimmte Arzneimittel vom Markt verschwinden – mit direkten Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit.

Küter unterstrich zudem die Rolle des LV Nord als wichtige Plattform für den Dialog mit Politik und Stakeholdern. Regionale Themen wie Infrastruktur und Fachkräftegewinnung seien ebenso relevant wie nationale und europäische Regulierungen, deren Auswirkungen auf die Versorgung und den Standort Deutschland gemeinsam bewertet werden müssen.

Die NordTour im Februar zeigt eindrucksvoll: Mittelständische Pharmaunternehmen tragen wesentlich zur Versorgungssicherheit bei – benötigen dafür jedoch stabile, realistische und wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen. Der LV Nord bleibt daher im engen Austausch mit seinen Mitgliedern und politischen Entscheidungsträgern, um diese Anliegen sichtbar zu machen und konstruktiv zu begleiten.

Ihr Kontakt

Dr. Merle Kirchner

Regionalbeauftragte Nord
Landesverband Nord
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