02.03.2026 Pressemeldung

Krankenkassen preschen mit Rabattvertragsausschreibung zu Biologika vor

Parallel zum laufenden Pharmadialog treiben Krankenkassen eigene Verfahren voran
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Autor:innen
Hannes Hönemann, 
Anna Frederike Gutzeit
Noch vor Veröffentlichung der Bekanntmachung im Bundesanzeiger hatte SpektrumK am Freitag die erste exklusive Biosimilar-Ausschreibung gestartet. Der Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) mit den konkreten Angaben zum Inkrafttreten lag zu diesem Zeitpunkt noch nicht offiziell vor.

Ausgeschrieben sind Rabattverträge für die Wirkstoffe Epoetin alfa und Epoetin zeta, Teriparatid, Filgrastim, Etanercept sowie Infliximab. Die Wirkstoffe, die für Therapien schwerwiegender Erkrankungen des Blutes und gegen Rheuma eingesetzt werden, werden nun bereits einem Preisdiktat unterworfen, obwohl für die Austauschbarkeit der Arzneimittel die Rahmenbedingungen fehlen.

Dorothee Brakmann, Hauptgeschäftsführerin von Pharma Deutschland erklärt dazu: „Die Ausschreibung von exklusiven Rabattverträgen für Biosimilars während des noch laufenden Pharmadialogs und ohne klärende Rahmenbedingungen ist irritierend."

"Die Bemühungen, gemeinsame Lösungen für eine resiliente Arzneimittelversorgung trotz knapper Kassen und globaler Bedrohung zu finden, werden damit konterkariert."
Dorothee Brakmann Hauptgeschäftsführerin

Zum Hintergrund:

SpektrumK schrieb exklusive Rabattverträge für biotechnologisch hergestellte Arzneimittel (Biologika) aus, obwohl deren Beschluss zur Austauschbarkeit in der Apotheke noch nicht in Kraft getreten war. Zudem müssen weitere Rahmenbedingungen z. B. zu den austauschbaren Darreichungsformen und für den Austausch in der Apotheke geregelt werden. 

Für die Versorgung bedeuten exklusive Rabattausschreibungen eine ernsthafte Gefahr für die Versorgung. 

Wie die Erfahrungen im Generikamarkt zeigen, haben selbst politische Gegenmaßnahmen wie das Arzneimittel-Lieferengpassbekämpfungs- und Versorgungsverbesserungsgesetz (ALBVVG) die Abwärtsspirale aus Preisdruck, Marktaustritten und Angebotsverengung nicht stoppen können. Eine ähnliche Entwicklung zeichnet sich nun auch im Biologika-Segment ab.

Dies gefährdet nicht nur massiv die Arzneimittelversorgung an sich, sondern auch die Standorte und Produktion von Arzneimitteln und damit den Aufbau von resilienten Lieferketten insbesondere in globalen Krisenzeiten.

Ihr Kontakt

Hannes Hönemann

Leiter Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Politikwissenschaftler

Anna Frederike Gutzeit

CvD Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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