14.05.2025

Jeder Zweite in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland sorgt sich um Hausarztversorgung

Unzufriedenheit mit der Gesundheitsinfrastruktur liegt in der Mitte Deutschlands in allen Aspekten höher als im Bundesdurchschnitt.
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Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Die Bevölkerung in Hessen, Rheinland-Pfalz sowie dem Saarland sieht ihre Gesundheitsversorgung vor teils signifikanten Herausforderungen – mit regionalen Unterschieden. Im Durchschnitt der drei Bundesländer, die den Pharma-Deutschland-Landesverband Mitte bilden, liegt die Unzufriedenheit mit der örtlichen Gesundheitsinfrastruktur in allen Aspekten über dem Bundesdurchschnitt.

Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle repräsentative Civey-Umfrage mit rund 620 Befragten im Auftrag von Pharma Deutschland, deren Daten unmittelbar vor Antritt der neuen Bundesregierung erhoben wurden. 

Große Teile der Bevölkerung in Hessen, Rheinland-Pfalz sowie dem Saarland machen sich vor allem Sorgen um ihre hausärztliche Versorgung. Hier sehen in Rheinland-Pfalz mit 52,5 Prozent über die Hälfte der Befragten Herausforderungen; in Hessen liegt der Wert (49,8 Prozent) ebenfalls über dem bundesdeutschen Schnitt (45,9 Prozent). Im Saarland nannten diesen Aspekt mit 38,9 Prozent anteilig etwas weniger Menschen. Betrachtet auf Landesverbandes-Ebene, ist die Bevölkerung in der Region Mitte im Schnitt bundesweit am unzufriedensten mit der Hausarztversorgung (49,7 Prozent). 

Bei der Krankenhausversorgung fällt auf, dass besonders viele Menschen in Rheinland-Pfalz (42,1 Prozent) Herausforderungen sehen – gegenüber 31,7 Prozent auf Bundesebene. In Hessen sorgen sich die Menschen neben der genannten Hausarztversorgung vor allem um ausreichend Fachärztinnen und Fachärzte (37,5 Prozent) und die psychische Versorgung (37,5 Prozent) – letzterer Punkt ist bundesweit auf einem Negativhoch (33,1 Prozent). 

Diese Entwicklungen unterstreichen bestehende strukturelle Probleme im Verbandsgebiet über die Grenzen der Bundesländer hinaus: Insbesondere das Saarland und Rheinland-Pfalz gehören laut Stiftung Gesundheit zu den Ländern mit der durchschnittlich stärksten Hausarzt-Auslastung bundesweit. Allerdings variiert die Zufriedenheit der Patientinnen und Patienten im Vergleich zwischen den jeweiligen Landkreisen und kreisfreien Städten in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland teilweise deutlich. 

Auch der Hausärztinnen- und Hausärzteverband Hessen hatte bereits vor einer Gefährdung der ambulanten wohnortnahen medizinischen Versorgung gewarnt, mit Verweis auf einen überproportionalen Anteil von Hausärzten, die in den kommenden Jahren das Rentenalter erreichen werden. 

Dr. Gabriela Soskuty, Vorsitzende des Pharma-Deutschland-Landesverbandes Mitte, erklärt: „Die Daten verstärken den Eindruck, dass wir bei der ärztlichen Versorgung in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland vor großen Herausforderungen stehen, die durch demografische Entwicklungen in den kommenden Jahren noch weiter an Relevanz gewinnen werden. Die Zukunft der Gesundheitsversorgung muss daher noch umfassenderen Eingang in die Ausbildungs- und Hochschulpolitik finden. Investitionen in (Aus-)Bildung sind hier zentraler Zukunftsfaktor.“ 

Außerdem sind Reformen dringend notwendig, um vorhandene Klinikressourcen bestmöglich zu nutzen und Ineffizienzen zu beheben – sowohl im Sinne der Patientinnen und Patienten als auch zur Entlastung des Personals. Letzteres muss auch mit Blick auf eine Vereinfachung bürokratischer Vorgaben erfolgen, um die Zeit für den Patientenkontakt bestmöglich am therapeutischen Bedarf auszurichten.

 

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