26.02.2026 Pressemeldung

European Herbal Health Products Summit 2026 unterstreicht Bedeutung von Pflanzlichen Arzneimitteln für die Gesundheitsversorgung in Europa

Pflanzliche Arzneimittel brauchen mehr politische Aufmerksamkeit auf europäischer Ebene
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Autor:innen
Hannes Hönemann, 
Anna Frederike Gutzeit
Pflanzliche Arzneimittel (Phytopharmaka) sind ein wichtiger Bestandteil der Gesundheitsversorgung und tragen zur wirtschaftlichen Stärke Europas bei. Das war die zentrale Botschaft des zweiten European Herbal Health Product Summits, der von Pharma Deutschland zusammen mit der Society for Medicinal Plants and Natural Product Research (GA) am 25. Februar 2026 in Brüssel ausgerichtet wurde.

Zusammen mit über 100 Gästen und Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Industrie, Behörden und Verbraucherschutz wurde die gesundheitspolitische und wirtschaftliche Bedeutung pflanzlicher Arzneimittel für Europa beleuchtet.

Stark in der Selbstmedikation und im OTC-Markt

Pflanzliche Arzneimittel sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich und eine essenzielle Säule der Selbstmedikation. Dadurch leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Entlastung und Resilienz der europäischen Gesundheitssysteme, wie Cosima Bauer und Prof Dr. Uwe May, beide Geschäftsführer der May und Bauer GmbH & Co. KG, in ihrer Präsentation hervorhoben.  Thomas Heil, Vize-Präsident bei IQVIA Consumer Health stellte Zahlen zum Europäischen Phytomarkt vor. Demnach erreichten pflanzliche Produkte einen Wert von fast 15 Milliarden Euro in 2025, was 27% des OTC-Marktes in 23 EU-Mitgliedstaaten ausmacht. Allein auf Deutschland (26 Prozent) und Italien (21 Prozent) entfallen zusammen fast die Hälfte des europäischen Phytomarktes. Innerhalb des Phytomarktes sei eine problematische Entwicklung der letzten Jahre, dass der Anteil von registrierten Produkten, u.a. Arzneimittel, abnimmt, während nicht registrierte Produkte, ihren Anteil stetig ausbauen. 

In der Praxis noch unterschätzt

Dr. med. Silke Cameron, Chefärztin für Gastroenterologie am Klinikum Hannoversch Münden, beschrieb die Erfahrung zu Phytopharma aus der medizinischen Praxis. Innerhalb der Versorgung seien Phytopharmaka zwar schon in deutschen Leitlinien verankert, dennoch müsse das Wissen über die Anwendungsmöglichkeiten pflanzlicher Arzneimittel viel stärker in der Ausbildung von Angehörigen der Heilberufe verankert werden. Ähnlich sah das auch Prof. Dr. Ioanna Chinou von der Universität Athen. Sie forderte eine stärkere Einbindung von Arzneipflanzen-Monografien des HMPC in die Ausbildung der Heilberufe und klinische und pharmazeutische Praxis. Dem schloss sich auch Prof. Dr. Michael Heinrich, Präsident der GA, an und forderte mit einem Blick nach Asien eine größere politische Wertschätzung und Förderung der Forschung zu europäischen pflanzlichen Arzneimitteln sowie eine stärkere Einbindung in die medizinische Grundversorgung. 

Mehr Anerkennung für Phytopharmaka

Dorothee Brakmann, Hauptgeschäftsführerin von Pharma Deutschland, resümierte: „Mit dem zweiten European Herbal Health Products Summit wollten wir den noch unterschätzten Status der Phytopharmaka in Europa hervorheben.

"Phytopharmaka leisten einen unverzichtbaren Beitrag für die Selbstmedikation und entlasten so unsere Gesundheitssysteme."
Dorothee Brakmann Hauptgeschäftsführerin

"Die in Europa ansässigen Hersteller mit Ihren überwiegend europäischen Lieferketten tragen zudem entscheidend zur Wertschöpfung und Resilienz bei, denn hier gibt es deutlich weniger Abhängigkeiten von Drittstaaten. Nun braucht es mehr politische Wertschätzung und regulatorische Entlastung durch den Europäischen Gesetzgeber, denn Phytopharmaka sind wirksame, sichere und systemrelevante Arzneimittel.“, so Brakmann weiter.

Ihr Kontakt

Hannes Hönemann

Leiter Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Politikwissenschaftler

Anna Frederike Gutzeit

CvD Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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