Mit dem Arbeitsprogramm 2026 konkretisiert die Europäische Kommission die Förderprioritäten des EU4Health-Programms. Ziel ist es, die europäischen Gesundheitssysteme widerstandsfähiger zu machen, die Versorgungssicherheit zu verbessern und die Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Gesundheits- und Pharmastandorts zu stärken.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Krisenvorsorge, für die rund 430 Millionen Euro vorgesehen sind. Weitere 111 Millionen Euro entfallen auf Gesundheitssysteme und Gesundheitspersonal. Darin enthalten sind verschiedene Maßnahmen, die unmittelbar für die pharmazeutische Industrie relevant sind.
Critical Medicines: 40 Millionen Euro für die Produktion kritischer Arzneimittel
Im Zusammenhang mit dem Critical Medicines Act sieht die EU-Kommission eine Förderung von 40 Millionen Euro für strategische Projekte zur Stärkung der europäischen Produktionskapazitäten vor.
Gefördert werden sollen insbesondere Projekte, die neue Produktionskapazitäten für kritische Arzneimittel, Wirkstoffe oder wichtige Ausgangsmaterialien schaffen, bestehende Kapazitäten erweitern oder Produktionsstandorte modernisieren. Auch die Einführung innovativer Herstellungstechnologien kann unterstützt werden.
Im Mittelpunkt stehen Arzneimittel der EU-Liste kritischer Arzneimittel, bei denen besondere Schwachstellen in den Lieferketten oder Abhängigkeiten von Drittstaaten bestehen. Die Projekte sollen einen Beitrag zur Diversifizierung der Lieferketten und zur langfristigen Versorgung des europäischen Marktes leisten.
Die Ausschreibung (HS-g-26-18) ist für das vierte Quartal 2026 vorgesehen. Antragsberechtigt sollen insbesondere Unternehmen der pharmazeutischen Industrie und ihrer Lieferketten sein. Eine Antragstellung ist sowohl durch einzelne Unternehmen als auch durch Konsortien möglich.
Förderung von Biotechnologie und klinischen Prüfungen
Weitere 13,9 Millionen Euro sind für Maßnahmen im Bereich Biotechnologie vorgesehen. Die EU-Kommission möchte damit insbesondere die Entwicklung biotechnologischer Arzneimittel unterstützen und die Attraktivität Europas als Standort für klinische Prüfungen stärken.
Die Maßnahmen knüpfen an die Ziele des European Biotech Act an und sollen innovative Ansätze in klinischen Prüfungen sowie die grenzüberschreitende Zusammenarbeit fördern.
Weitere Maßnahmen für die pharmazeutische Industrie
Das Arbeitsprogramm sieht darüber hinaus Mittel für die Umsetzung der europäischen Arzneimittelgesetzgebung und der Arzneimittelstrategie sowie für die Weiterentwicklung des europäischen regulatorischen Netzwerks vor. Auch die Umsetzung der europäischen HTA-Verordnung und des Europäischen Gesundheitsdatenraums wird finanziell unterstützt.
Im Bereich der Krisenvorsorge sind unter anderem Maßnahmen zur Entwicklung und Bereitstellung medizinischer Gegenmaßnahmen sowie zur Sicherung entsprechender Produktionskapazitäten vorgesehen.
Fördermöglichkeiten prüfen
Für pharmazeutische Unternehmen ergeben sich insbesondere bei Investitionen in Produktionskapazitäten für kritische Arzneimittel und bei der Entwicklung biotechnologischer Arzneimittel neue Fördermöglichkeiten.
Die konkreten Förderbedingungen, Antragsfristen und Anforderungen an die Projekte werden in den jeweiligen Ausschreibungen festgelegt. Interessierte Unternehmen sollten daher die anstehenden Veröffentlichungen der Europäischen Kommission und der Europäischen Exekutivagentur für Gesundheit und Digitales (HaDEA) verfolgen.
Das EU4Health-Arbeitsprogramm 2026 (Anhang zum Durchführungsbeschluss C(2026) 7403 final vom 19. Oktober 2026) finden Sie unterhalb dieses Artikels und eine Zusammenfassung unter diesem Link.