Die Abstimmung erfolgte auf Grundlage zweier separater Entschließungsanträge.
Unklar bleibt, ob die Europäische Kommission das Abkommen trotz der laufenden gerichtlichen Prüfung vorläufig in Kraft setzen wird. Ein solches Vorgehen wäre rechtlich möglich, könnte jedoch zu erheblichen politischen Spannungen zwischen Parlament und Kommission führen.
Die Entscheidung des Parlaments gilt als Rückschlag für die Kommission und die Mitgliedstaaten, die das Abkommen unterstützen. Diese sehen im Mercosur-Abkommen mit den Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay, ein zentrales Instrument zur Stärkung der europäischen Handelsbeziehungen und zur geopolitischen Absicherung gegenüber einer als unberechenbar eingeschätzten Handelspolitik der USA unter Präsident Donald Trump.
Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte unmittelbar vor der Abstimmung an die Abgeordneten appelliert, dem Abkommen zuzustimmen. Sie betonte, dass eine breite Diversifizierung von Handelspartnern die strategische Unabhängigkeit der Europäischen Union stärke.
Die weiteren Schritte im Verfahren hängen nun von der Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs sowie vom weiteren Vorgehen der Kommission ab.