Mit dem vorgeschlagenen Maßnahmenpaket soll die Zahl vorzeitiger Todesfälle aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen (HKE) bis zum Jahr 2035 um ein Viertel reduziert werden. Einen besonderen Fokus legt die Kommission deshalb auf regelmäßige Gesundheitschecks, Vorsorgeuntersuchungen und personalisierte Präventionsinstrumente.
In einer Videobotschaft betonte der Kommissar für Gesundheit und Tierschutz, Oliver Várhelyi, dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen nach wie vor die häufigste Todesursache in Europa sind und erhebliche Auswirkungen auf Gesundheitssysteme und Volkswirtschaften haben. Der Safe Hearts Plan sei ein konkretes politisches Instrument, das auf breiter Stakeholder-Beteiligung beruhe und lebenslang angelegte, personalisierte sowie digital unterstützte Präventionsansätze verfolge. Die Kommission unterstrich zudem, dass Regierungen allein die CVD-Last nicht senken können und die Mitwirkung aller relevanten Akteure notwendig ist.
Die drei Säulen des Safe Hearts Plan:
Säule 1: Gesundheitsförderung und Prävention
Vorgestellt wurden folgende Leitinitiativen:
Ergänzend wurden Initiativen zu Ernährung (einschließlich eines Piloten zur Frauengesundheit und zur Schließung geschlechtsspezifischer Gesundheitslücken), körperlicher Aktivität sowie Tabakentwöhnung vorgestellt.
Säule 2: Früherkennung und Screening
EU-Protokoll für kardiovaskuläre Gesundheitschecks: Das Protokoll befindet sich noch in der Entwicklung. Die Kommission bittet Stakeholder um Rückmeldungen zu Umsetzbarkeit, Kosten-Nutzen-Aspekten und Organisationsmodellen in den Mitgliedstaaten.
Säule 3: Behandlung und Versorgung
Querschnittsthemen
Gemeinsame EU-Maßnahmen (Joint Actions)
PreventNCD – Joint Action zur Prävention nichtübertragbarer Krankheiten und Krebs (koordiniert vom Norwegischen Gesundheitsdirektorat)
Fokus: Ernährung, Tabak, körperliche Aktivität, Datenerhebung, Abbau von Ungleichheiten und koordinierte Präventionsstrategien
JACARDI – Joint Action zu Herz-Kreislauf Erkrankungen und Diabetes (koordiniert von einem Forschungsinstitut im Geschäftsbereich des italienischen Gesundheitsministeriums)
Entwicklung gemeinsamer Screening-Protokolle sowie eines Online-Risikobewertungstools
In der Diskussion stellte die Kommission klar, dass EU-Mittel prioritär für laufende, bereits bewertete Initiativen eingesetzt werden sollen. Zudem ist eine enge Abstimmung mit Arbeiten zur Allgemeinen Pharmagesetzgebung (GPL), zur Medizinprodukteverordnung (MDR) sowie zu Ernährung und körperlicher Aktivität vorgesehen.
Die Kommission lädt Stakeholder ein, sich an laufenden Konsultationen zu beteiligen. Pharma Deutschland wird sich in Bezug auf Themen, die für unsere Mitgliedsunternehmen relevant sind, in den Konsultationen einbringen.