22.12.2025

Ergebnisse des WHO Global Summit on Traditional Medicines

Teilnehmer verpflichten sich, die strategischen Ziele der Globalen Strategie der WHO für traditionelle Medizin 2025–2034 zu unterstützen.
  • Gesellschaft & Politik
  • Regulierung & Zulassung
Autor:innen
Dr. Nico Symma
Vom 17. bis 19. Dezember 2025 fand unter dem Motto „Restoring balance: the science and practice of health and well-being” das WHO Global Summit on Traditional Medicines in Neu-Delhi, Indien, statt.

Das Summit dient der Umsetzung der Globalen Strategie der WHO für traditionelle Medizin 2025–2034, die bei der 78. World Health Assembly im Mai 2025 beschlossen wurde. Zier des Summits war die Erarbeitung von Maßnahmen zur Erreichung der vier strategischen Ziele der Globalen Strategie der WHO für traditionelle Medizin 2025–2034:

1. Stärkung der Evidenzbasis für traditionelle Medizin

  • Einführung strenger wissenschaftlicher Standards: Schwerpunkt auf der Integration traditioneller Praktiken mit soliden Erkenntnissen aus der Praxis, KI, Genomik und modernen Forschungsmethoden
     
  • Einführung wichtiger globaler Instrumente: Dazu gehören eine globale Bibliothek für traditionelle Medizin mit über 1,6 Millionen wissenschaftlichen Datensätzen, ein spezieller Fahrplan für Forschungsschwerpunkte und ein in die ICD 11 integriertes WHO-Datennetzwerk zur Unterstützung einer standardisierten Berichterstattung über Sicherheit und Ergebnisse.

2. Förderung eines gerechten Zugangs zu sicheren und wirksamen traditionellen Arzneimitteln durch ein geeignetes Regulierungssystem

  • Vereinbarung zur Entwicklung risikobasierter, wissenschaftlich und ethisch fundierter Regulierungssysteme für traditionelle Produkte, Praktiken und Praktiker unter Berücksichtigung des kulturellen und indigenen Wissens

3. Integration sicherer und wirksamer traditioneller Medizin in das Gesundheitssystem

  • Sichere und wirksame traditionelle Medizin sollte in die primären Gesundheitssysteme integriert werden, unterstützt durch Akkreditierung, Finanzierung, Ausbildung von Fachkräften und interprofessionelle Zusammenarbeit.
     
  • Unterstützung der universellen Gesundheitsversorgung: Anerkennung der traditionellen Medizin als zugängliche und kulturell angepasste Option zur weltweiten Ausweitung einer gerechten Gesundheitsversorgung.
     
  • Stärkung standardisierter Datensysteme für traditionelle Medizin, einschließlich der Verwendung der Module für traditionelle Medizin der Internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD-11) der WHO, der Internationalen Klassifikation der Gesundheitsinterventionen (ICHI) und einer globalen Referenzliste von Indikatoren für die Entwicklung von Mindestdatensätzen für traditionelle Arzneimittel.


4. Optimierung des sektorübergreifenden Mehrwerts durch Datenaustausch, Zusammenarbeit und gestärkte Gemeinschaften

  • Traditionelle Arzneimittel sollten als Teil ganzheitlicher Ökosysteme anerkannt werden, die mit der Gesundheit und dem Wohlbefinden von Menschen, Gemeinschaften und der Umwelt verbunden sind.
     
  • Sektorübergreifende Maßnahmen zu globalen Lücken bei Investitionen in traditionelle Arzneimittel, Regulierung, Innovation für den Marktzugang und gerechter Zugang und Vorteilsausgleich sollten auf lokaler, regionaler und globaler Ebene koordiniert werden.

Weitere Details können dem Ergebnisprotokoll entnommen werden.

Ihr Kontakt

Dr. Nico Symma

Referent Besondere Therapierichtungen
Apotheker
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