Dabei fällt auf, dass die Nutzung der ePA nicht über alle Bevölkerungsgruppen gleich verteilt ist. Besonders deutlich werden die Unterschiede beim Blick in die Detailergebnisse der Civey‑Umfrage: Am intensivsten nutzen unter den Befragten junge Erwachsene zwischen 18 und 29 Jahren die ePA – in dieser Gruppe hat bereits gut jede bzw. jeder Vierte die elektronische Akte eingesetzt (28,7 Prozent). Überdurchschnittlich aktiv sind zudem Menschen in Ostdeutschland (24,0 Prozent Nutzungsanteil gegenüber 17,8 Prozent im Westen) sowie Männer (22,1 Prozent im Vergleich zu 15,1 Prozent bei Frauen).
„Die ePA ist technisch da, aber im Alltag noch nicht angekommen“, sagt Dorothee Brakmann, Hauptgeschäftsführerin von Pharma Deutschland.
„Solange nur eine Minderheit die ePA aktiv nutzt, verschenken wir Chancen: für bessere Diagnosen, sicherere Arzneimitteltherapien und eine Medizin, die wirklich aus den Erfahrungen von Millionen Patientinnen und Patienten lernt.“
Brakmann betont: „Je stärker die ePA genutzt wird, desto mehr kommt der Mehrwert der Sekundärnutzung direkt bei den Menschen an – von innovativen Medikamenten bis hin zu maßgeschneiderten Versorgungsangeboten.“
Die ePA hat das Potenzial, den Umgang mit der eigenen Gesundheit deutlich einfacher zu machen. Wenn Arztbriefe, Laborwerte und Medikationspläne strukturiert in der ePA vorliegen, müssen Patientinnen und Patienten ihre Krankengeschichte nicht bei jedem Arztbesuch neu erzählen, Fachpraxis, Klinik und Apotheke können auf denselben Informationsstand zugreifen.
Vollständige Informationen in der ePA helfen auch behandelnden Ärztinnen und Ärzten sowie Apothekerinnen und Apothekern, Wechselwirkungen und Risiken besser zu erkennen. Hinzu kommt, dass pseudonymisierte ePA-Daten Forschung und Versorgung spürbar voranbringen können. Sie ermöglichen es, Wirksamkeit und Sicherheit von Arzneimitteln unter realen Versorgungsbedingungen besser zu verstehen und neue, passgenauere Therapien zu entwickeln. So können Dosierungen, Wirkstoffkombinationen und begleitende Angebote zukünftig stärker an individuelle Risikoprofile angepasst werden.
Die Pharmabranche entwickelt dafür nicht nur neue Medikamente, sondern auch digitale Services und Therapiebegleitungen, die auf einer soliden Datenbasis beruhen und Patientinnen und Patienten konkret unterstützen.