29.01.2026

Deutsche sorgen sich um Medikamentenversorgung – Vertrauen in starke Pharmaindustrie wächst

Die Daten zeigen, dass weite Teile der Bevölkerung an der Leistungsfähigkeit wichtiger Sozialversicherungen – vom Renten- bis zum Gesundheitssystem – zweifeln.
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Autor:innen
Anna Frederike Gutzeit
39 Prozent der Menschen in Deutschland machen sich aktuell Sorgen um ihre persönliche Versorgung mit Medikamenten – zugleich halten 92 Prozent eine eigene leistungsfähige Pharmaindustrie in Deutschland und Europa für wichtig für die Versorgungssicherheit. Das zeigen neue Umfragedaten, die Civey-Geschäftsführerin Janina Mütze auf der ersten digitalen Messe „InnoVention“ vorgestellt hat.

Zwar ist weiterhin eine knappe Mehrheit mit der Qualität der Gesundheitsversorgung zufrieden, doch dieser Wert ist in den vergangenen Jahren spürbar gesunken. Während 2017 noch rund 70 Prozent zufrieden waren, lag der Anteil zuletzt im niedrigen 50-Prozent-Bereich, während die Unzufriedenheit deutlich zugenommen hat. Immer mehr Menschen rechnen zudem damit, dass sich die Gesundheitsversorgung in den kommenden zehn Jahren verschlechtern wird.​

Vier von zehn Menschen sorgen sich um ihre Medikamente

Besonders sensibel reagieren die Menschen auf Risiken bei der Arzneimittelversorgung. Laut Pharma Deutschland Gesundheitsmonitor geben 39 Prozent an, sich aktuell Sorgen, um ihre persönliche Versorgung mit Medikamenten zu machen, etwa mit Blick auf Lieferengpässe. 50 Prozent fühlen sich bei der Medikamentenversorgung sicher, 11 Prozent sind unentschieden.​

Die pharmazeutische Industrie beschäftigt sich auch wegen ihrer Bedeutung für die  Versorgungssicherheit intensiv damit, Produktion, Forschung und Lieferketten widerstandsfähiger zu machen. Entscheidend für stabile Lieferketten sind jedoch die entsprechend politischen Rahmenbedingungen.

92 Prozent: Starke Pharmaindustrie als Schlüssel zur Versorgungssicherheit

Ein zentrales Signal der Umfrage: Die Bevölkerung sieht die Bedeutung einer starken Industrie für die eigene Gesundheitsinfrastruktur. So halten 92 Prozent der Befragten eine eigene leistungsfähige Pharmaindustrie in Deutschland und Europa für wichtig, um die Versorgung mit Arzneimitteln zu sichern. Für Pharma Deutschland unterstreichen diese Zahlen, dass eine verlässliche, planbare Industriepolitik ebenso nötig ist wie Rahmenbedingungen für Investitionen in Produktion, Forschung und Digitalisierung. Standortentscheidungen von Unternehmen werden zunehmend auch als Frage der öffentlichen Daseinsvorsorge wahrgenommen – diese Verbindung kommt in den Daten klar zum Ausdruck.​

Digitalisierung: Bekannt, aber mit begrenztem Vertrauensvorschuss

Die Umfrage beleuchtet auch, wie die Menschen auf digitale Gesundheitsangebote blicken – vom E‑Rezept über die elektronische Patientenakte (ePA) bis zu digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA). Die Bekanntheit ist hoch: 88 Prozent kennen das E‑Rezept, 81 Prozent die ePA und 28 Prozent DiGA. Die Nutzung bleibt jedoch deutlich dahinter zurück: 61 Prozent nutzen das E‑Rezept, 19 Prozent die ePA und 5 Prozent DiGA.​

Beim erwarteten Nutzen zeigt sich ein gemischtes Bild. 30 Prozent glauben, dass Digitalisierung die Qualität der Gesundheitsversorgung in ihrer Region verbessert, 44 Prozent erwarten keine Verbesserung, 27 Prozent sind unentschieden. Viele sehen zwar einzelne Vorteile – etwa geringere Wartezeiten, effizienteres Praxismanagement oder eine zentrale Sammlung von Gesundheitsdaten –, aber 30 Prozent geben gleichzeitig an, digitale Angebote böten für sie keine Vorteile. Das zeigt: Digitalisierung allein reicht nicht, sie muss sich im Alltag konkret bewähren.​

Die zugrundeliegenden Charts aus dem Gesundheitsmonitor von Pharma Deutschland stehen auf dieser Seite als Download zur Verfügung.

Ihr Kontakt

Anna Frederike Gutzeit

CvD Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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