Die vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) veröffentlichte Sonderstudie des WifOR Institute untersucht die wirtschaftliche Bedeutung von Humanarzneimitteln für Deutschland. Im Mittelpunkt stehen die Beiträge zu Wertschöpfung, Beschäftigung, Forschung und Entwicklung sowie die internationale Verflechtung der Branche. Grundlage der Untersuchung sind Daten aus dem Jahr 2025.
Nach den Ergebnissen der Studie erzielte die Gütergruppe Humanarzneimittel im Jahr 2025 eine Bruttowertschöpfung von 16,7 Milliarden Euro und beschäftigte rund 94.000 Erwerbstätige. Auch für den Forschungs- und Innovationsstandort Deutschland ist der Bereich von zentraler Bedeutung: Etwa zwei Drittel der Wertschöpfung aus Forschung und Entwicklung innerhalb der industriellen Gesundheitswirtschaft entfielen auf Humanarzneimittel.
Darüber hinaus unterstreicht die Studie die starke internationale Ausrichtung der Branche. Im Jahr 2025 wurden Humanarzneimittel im Wert von 125,1 Milliarden Euro exportiert. Sowohl der europäische Binnenmarkt als auch außereuropäische Absatzmärkte spielen dabei eine wichtige Rolle. Insbesondere die Vereinigten Staaten sind ein bedeutender Exportmarkt. Auf der Importseite zählen neben den USA auch Irland und die Schweiz zu den wichtigsten Handelspartnern.
Gleichzeitig weist die Untersuchung auf mögliche außenwirtschaftliche Abhängigkeiten hin. So sind einzelne Produktgruppen besonders stark auf bestimmte Absatzmärkte ausgerichtet. Dies gilt beispielsweise für immunologische Erzeugnisse mit Blick auf den US-Markt. Vor dem Hintergrund internationaler handelspolitischer Entwicklungen, insbesondere der US-amerikanischen Most-Favored-Nation-Politik, sowie des anhaltenden Kostendrucks im deutschen Gesundheitswesen gewinnen diese Abhängigkeiten zusätzlich an Bedeutung.
Die Ergebnisse verdeutlichen die wirtschaftliche und strategische Bedeutung der Arzneimittelindustrie für Deutschland. Sie unterstreichen zugleich, wie wichtig verlässliche und wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen für die pharmazeutische Produktion, Forschung und Entwicklung sowie den internationalen Handel sind, um die Leistungsfähigkeit des Pharmastandorts Deutschland langfristig zu sichern.
Die Studie finden Sie hier: Sonderstudie des WifOR Institute