16.12.2025 Pressemeldung

Biotech Act setzt Impulse für biopharmazeutische Innovationen in Europa

Pharma Deutschland begrüßt 1. Teil des Biotech Act als wichtigen Impuls für Innovation und Zukunftssicherung der medizinischen Versorgung
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  • Forschung & Entwicklung
Autor:innen
Hannes Hönemann, 
Anna Frederike Gutzeit
Pharma Deutschland begrüßt die heutige Veröffentlichung des Entwurfs von Teil 1 des European Biotech Act durch die Europäische Kommission. Die Vorschläge für eine Überarbeitung des Rechtsrahmens setzen wichtige Impulse zur Stärkung der biopharmazeutischen Herstellung und Forschung, zur Verbesserung der regulatorischen Effizienz sowie zur Sicherung der medizinischen Versorgung in Europa.

Besonders positiv bewertet Pharma Deutschland die gesundheitspolitische Ausrichtung des Biotech Act sowie die Entscheidung der EU-Kommission, den Bereich Gesundheit und Pharma mit hoher Priorität zu behandeln. Damit wird der besonderen Bedeutung der medizinischen und pharmazeutischen Biotechnologie Rechnung getragen und ein Fokus auf dringend benötigte patientenorientierte Innovationen ermöglicht.

„Teil 1 des European Biotech Act greift wesentliche Punkte auf, die wir als Pharma Deutschland frühzeitig adressiert haben."
Dorothee Brakmann Hauptgeschäftsführerin

„Positiv hervorzuheben sind die zusätzlichen Schutzrechte für geistiges Eigentum, die effizienteren regulatorischen Verfahren, die verbesserten Rahmenbedingungen für klinische Forschung und nicht zuletzt die Berücksichtigung von Biosimilars als tragende Säule der Versorgungssicherheit. Jetzt kommt es darauf an, die vorgesehenen Maßnahmen zügig, kohärent und praxisnah umzusetzen. Dazu braucht es den intensiven Dialog mit Industrie, Wissenschaft und Versorgung. Und wie das Thema Biosimilars eben erst gezeigt hat, muss es diesen Dialog auch in Deutschland geben”, so Brakmann abschließend.

Der Verband begrüßt insbesondere:

  • Verlängerung zusätzlicher Schutzrechte für geistiges Eigentum, z.B. Ausweitung des ergänzenden Schutzzertifikats (SPC) für biotechnologisch entwickelte Arzneimittel sowie für Arzneimittel für neuartige Therapien (ATMPs) um jeweils 12 Monate unter besonderen Voraussetzungen.
  • Beschleunigung und Stärkung effizienter und koordinierter klinischer Prüfverfahren in Europa u.a. durch eine Verkürzung der Genehmigungsfristen, bei Erstanträgen um etwa 25 Prozent, bei wesentlichen Änderungen sogar um bis zu 50 Prozent.
  • Aufbau einer europäischen Investitionseinrichtung für die Gesundheitsbiotechnologie sowie weiterer Finanzierungsinstrumente und Stärkung der Fähigkeit innovativer Unternehmen, insbesondere für strategische Vorhaben, privates Kapital, vor allem über die Kapitalmärkte, einzuwerben.
  • Durch gezielte Maßnahmen wie vereinfachte Zulassungsverfahren und gezielte Förderung strategischer Projekte für die Herstellung von Biosimilars soll die EU-Wettbewerbsfähigkeit im Biosimilar-Bereich gestärkt werden. 

Außerdem enthält der Biotech Act begrüßenswerte Ansätze zur Verbesserung des Marktzugangs und zur Nutzung von Real-World-Daten in der regulatorischen Bewertung sowie der Etablierung einer AI-First-Ausrichtung zur Unterstützung der Biotechnologie. 

Positiv bewertet Pharma Deutschland zudem, dass die Finanzierung von Health-Biotech-Projekten in der EU durch einen Investitions-Piloten gestärkt werden soll, der auf Biotechnologie zugeschnittene Eigenkapital- und Venture-Debt-Instrumente bündeln, private Investitionen mobilisieren und Late-Stage-Projekte als strategisch besonders wirkungsvoll anerkennen soll.

Die im Biotech Act angelegten Prinzipien einer innovationsfreundlichen, wissenschaftsbasierten und planbaren Regulierung und Finanzierung sind aus Sicht des Verbandes entscheidend, um Europa im globalen Wettbewerb der Biotech- und Life Sciences zu stärken.

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