Wie kann Nordrhein-Westfalen die Potenziale der Bioökonomie nutzen, um regionale Wertschöpfung zu stärken, Ressourcen effizienter einzusetzen und zugleich Innovationen voranzutreiben? Beim Dialog-Workshop „Landwirtschaft“ zur Umsetzung der Bioökonomie-Strategie NRW plädierte Dr. Daniela Allhenn, als Leiterin der Abteilung Spezielle Produktgruppen die zuständige Expertin von Pharma Deutschland, für eine stärkere Verzahnung von der Bioökonomie-Strategie und der Pharmastrategie.
Pharma Deutschland begrüßt, dass die pharmazeutische Industrie bereits im Beteiligungsprozess zur Bioökonomie-Strategie als eigener Bereich berücksichtigt wurde und die Strategie damit über die Landwirtschaft hinausblickt. Biologische Prozesse und nachwachsende Rohstoffe sind sowohl für innovative industrielle Verfahren als auch für die Wirkstoffherstellung von Bedeutung. Dazu zählt der nachhaltige regionale Arzneipflanzenanbau: Er verbindet die landwirtschaftliche Rohstoffbereitstellung mit pharmazeutischer Wertschöpfung, diversifiziert Lieferketten und kann so zur Versorgungssicherheit beitragen. Für Allhenn ist es daher das Gebot der Stunde, Bioökonomie- und Pharmastrategie stärker miteinander zu verzahnen.
Im Fokus stehen aus Sicht des Verbandes drei Punkte: Genehmigungsverfahren vereinfachen und beschleunigen, biomedizinische Innovationen gezielt fördern und die notwendige Expertise am Standort sichern. Dazu gehören geeignete Infrastrukturen für Start-ups und KMU ebenso wie Bildungsangebote in Bioprozesstechnik, GMP, Regulatory Affairs und ATMP.
Die Bioökonomie-Strategie bietet damit auch die Chance, den Pharma- und Biotechnologiestandort Nordrhein-Westfalen weiterzuentwickeln. Nach Einschätzung von Pharma Deutschland greift die Strategie wichtige Themen wie Biomedizin, Skalierung, Fachkräfte, digitale Genehmigungsverfahren, Translation, Start-ups und Künstliche Intelligenz bereits auf. Weiter konkretisiert werden sollten dagegen die Themen Versorgungssicherheit, Produktionskapazitäten, Beschaffung und wirtschaftliche Tragfähigkeit.
Darüber hinaus plädiert der Verband dafür, Prävention stärker mitzudenken. In den von Pharma Deutschland eingebrachten Vorschlägen werden insbesondere Impfungen, Früherkennung, Selbstmedikation und ein erleichterter OTC-Switch als ergänzende Handlungsfelder genannt.