Wie lässt sich die medizinische Versorgung im Krisen- und Kriegsfall sicherstellen? Darüber berieten zivile und militärische Akteure beim zweiten Symposium „Gesundheitsversorgung in der Gesamtverteidigung“ am 2. November 2026 in Berlin. Die Veranstaltung setzte den 2025 begonnenen Dialog fort und vertiefte die Vernetzung im Gesundheitswesen. Neben der aktuellen sicherheitspolitischen Lage wurden bisherige und geplante gesetzgeberische Maßnahmen erörtert, darunter das geplante Gesundheitssicherstellungsgesetz (GeSiG).
Pharma Deutschland brachte sich zusammen mit Vertretern von Mitgliedsunternehmen aktiv in die Arbeitsgruppe „Versorgung mit Arzneimitteln, Blut- und Medizinprodukten“ ein. Diskutiert wurde u.a., welchen Beitrag eine erweiterte Bevorratung leisten kann, und wie dies unter wirtschaftlichen Bedingungen erreicht werden kann. Während sich kurz andauernde Krisen ggf. durch Lagerbestände überbrücken lassen, erfordern länger andauernde Krisen zweifelsohne eine gezielte Ausweitung der Produktion, um den erhöhten Bedarf an Arzneimitteln und Medizinprodukten zu decken. Diskutiert wurden dafür notwendige Rahmenbedingungen und insbesondere Anreize für die Industrie.
Pharma Deutschland unterstrich, dass Resilienz nicht zum Nulltarif zu erreichen sei. Die Pandemie hat gezeigt, wie flexibel Unternehmen reagieren können, wenn die rechtlichen und wirtschaftlichen Regelungen dies ermöglichen. Einigkeit bestand darüber, dass Maßnahmen zur Stärkung der Resilienz nicht (allein) aus Mitteln der Gesetzlichen Krankenversicherung finanziert werden können. Zugleich muss auch im Krisenfall die reguläre Versorgung der zivilen Patientinnen und Patienten gewährleistet bleiben.